Mobilität: Hat ein Engländer das beste Fahrradlicht der Welt entwickelt?

Mobilität: Hat ein Engländer das beste Fahrradlicht der Welt entwickelt?

von Felix Ehrenfried

Funktionalität und gutes Design zu verbinden – das hat ein Brite nun mit seinen Fahrradlichtern geschafft.

Fahrradfahren im Alltag wird immer beliebter – das sorgt zum einen für Freude bei Fahrradhändlern, aber auch immer mehr Startups verschreiben sich der Mission, Radeln sicherer, unkomplizierter oder einfach ein wenig cooler zu machen.

So tüfteln Unternehmen wie das britische Startup Lock8 an Schlössern, die dank GPS-Technologie Dieben das Handwerk legen sollen, das Unternehmen Blaze will mit einem Laserstrahl, den der Radler vor sich auf den Boden projiziert, Radfahren in Innenstädten sicherer machen und gleich mehrere Firmen beschäftigen sich mit Lösungen, die jedes handelsübliche Fahrrad im Handumdrehen in ein E-Bike verwandeln.

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Jetzt will ein britischer Entwickler mit neuartigen Fahrradlichtern für mehr Sicherheit beim Radeln sorgen, gleichzeitig sollen die Lichter im Prinzip unstehlbar sein; ein einfacher Designgriff macht es möglich.

Denn das Double O Light, wie Entwickler Paul Cocksedge seine Lichter genannt hat, sieht aus wie ein Donut, die LED-Lampen sind kreisförmig auf einem runden Metallgehäuse angebracht. So kann jeder Radler die Lichter gleich mit abschließen, indem er sein Fahrradschloss (vorausgesetzt, es ist nicht zu dick) durch die runde Öffnung in der Lampenmitte fädelt.

Heller als gewöhnliche LichterNeben dieser, ebenso einfachen wie genialen Funktion, soll das Licht außerdem heller als gewöhnliche LED-Fahrradlichter sein, gleichzeitig aber entgegenkommende Personen weniger blenden. Dass sei möglich, da im Double O Light mit 12 LEDs mehr Leuchtdioden als in gewöhnlichen Lichtern verbaut seien und diese gleichzeitig mehr Abstand zueinander hätten. Das Ergebnis: Mehr Helligkeit, ohne zu blenden.

Neben diesen Funktionen setzt Cocksedge vor allem auf eine einfache Bedienbarkeit seiner Lichter. So liefert er, neben weißem Vorderlicht und rotem Rücklicht, gleich entsprechende Fahrradhalterungen mit, die per Magnet die Lichter am Platz halten. Außerdem sollen Vorder-und Rücklicht ebenfalls magnetisch aneinander haften, was den Transport erleichtert.

Geht den Lichtern nach zwei bis maximal zehn Stunden Betrieb der Saft aus, genügt ein USB-Port, um sie wieder aufzuladen. Drei Leuchtmodi bietet das Double O Light: Hell, Blinkend und einen Eco-Modus. Ein einzelner Knopf auf der Rückseite fungiert dabei als Bedienelement.

Für sein Projekt hat der Londoner mittels einer Crowdfundingkampagne Startkapital gesammelt, nach wenigen Wochen hatte er die gewünschte Summe von 75.000 US-Dollar (rund 57.000 Euro) zusammen. Mittlerweile sind die Lichter in Produktion, noch im September sollen die ersten Exemplare ausgeliefert werden. Kostenpunkt dabei: rund 80 US-Dollar (ca. 60 Euro).

Das erste "intuitive" Fahrradlicht?Mit seinen Fahrradlichtern in Donut-Form hat Paul Cocksledge etwas geschafft, dass vielen Fahrradlichtern bisher fehlte: Ein schönes Design, das gleichzeitig sehr funktional ist. Insbesondere das simple Abschließen und die magnetischen Fahrradhalterungen dürften für eine "intuitive" Benutzung sorgen, die vielen Fahrradlichtern bisher fehlte.

Ganz neu ist die Idee, Fahrradlichter besser gegen Diebstahl zu sichern aber nicht. Entsprechende Konzepte präsentierten unter anderem  MIT-Studenten und das Projekt Revolights Arc. Doch die Installation ist vergleichsweise kompliziert, einen Designpreis werden sie auch nicht gewinnen.

Nach dem Erfolg seiner Crowdfundingkampagne muss Paul Cocksedge jetzt allerdings auch zeigen, dass er neben gutem Design auch die Umsetzung des Produkts beherrscht. Denn Interesse von zahlreichen Mini-Investoren alleine genügt nicht. Wie die KfW-Bankengruppe jüngst berichtete, scheitert jedes dritte Startup innerhalb der ersten drei Jahre, ob mit Crowdfunding oder ohne. Bleibt zu hoffen, dass Double O Light nicht dazu gehört.

Hier noch ein Video zum Double O Light:

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