Mobilität: Industriebündnis um Daimler plant hunderte Wasserstoff-Tankstellen

Mobilität: Industriebündnis um Daimler plant hunderte Wasserstoff-Tankstellen

von Jan Willmroth

Für Wasserstoff-Autos gibt es noch so gut wie keine Tankstellen. Daimler will jetzt 400 davon bauen.

Daimler will ein deutschlandweites Netz für Wasserstoff-Tankstellen bauen. Dazu tut sich der Stuttgarter Automobilhersteller mit der Rohstoffindustrie zusammen. Bis 2023 sollen 400 Tankstellen entstehen, allein in den kommenden vier Jahren schon 100 davon.

Derzeit gibt es im gesamten Bundesgebiet erst 15 Tankstellen für Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Die dürften auch ausreichen – denn noch gibt es keine Autos mit Brennstoffzellenantrieb in Serie zu kaufen. Zu teuer ist die Technik, zu schlecht die Infrastruktur. Für reine Elektroautos reichen Steckdosen, bei Hybrid-Fahrzeugen tut es die gewöhnliche Tankstelle.

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Für eine flächendeckende Versorgung mit Wasserstoff müssen hingegen neue Tanks gebaut, neue Zapfsäulen installiert und beliefert werden. Das will Daimler nun mit seinen Industrie-Partnern in der Initiative „H2 Mobility“ voranbringen. Mit dabei sind die Gas-Spezialisten Linde und Air Liquide und die Ölkonzerne OMV, Shell sowie Total.

350 Millionen Euro InvestitionskostenDie Planungen sind schon fortgeschritten. Neben dem Tankstellennetz stehen in der Vereinbarung der Konzerne schon Grundsätze über Beschaffung und Vertrieb des Wasserstoffs. Auch die Bitte um Unterstützung der Bundesregierung darf nicht fehlen. Die Unternehmen allein legen bereits 350 Millionen Euro zusammen.

In Kürze soll aus der Vereinbarung ein Joint Venture werden, das im kommenden Jahr mit dem stufenweisen Ausbau der Tankstellen beginnt. Als langfristiges Ziel soll zwischen Ballungsgebieten alle neunzig Autobahnkilometer eine H2-Tankstelle stehen – und in jeder Metropolregion mindestens zehn.

Der Plan ist nicht ohne Risiko – deshalb verwundert es nicht, wenn sich derart viele Industrie-Riesen zusammentun. Denn Investitionen in ein Tankstellennetz lohnen sich nur in Verbindung mit langfristigen Verträgen. Anders als beispielsweise bei Erdgas-Pipelines gibt es aber keine Abnahmegarantie.

Zunächst müssen sich die Brennstoffzellen-Autos verkaufen, von denen die ersten 2015 auf dem deutschen Markt zu haben sein sollen. Steigende Rohstoffpreise und Emissionsgrenzen für Neufahrzeuge könnten dem Wasserstoffantrieb zum Durchbruch verhelfen.

Auch Daimler verspricht sich viel von der Zukunftstechnologie. Kombiniert mit einem Elektromotor sorgen Brennstoffzellen-Antriebe für emissionsfreie Fahrzeuge. Daimler arbeitet mit seinem französisch-japanischen Partner Renault-Nissan an der Entwicklung von Wasserstoff-Stromern. Um sich die Investitionsrisiken zu teilen, ist daran seit Jahresbeginn auch der US-Autobauer Ford beteiligt. 2017 will das Trio die ersten serienreifen Fahrzeuge vorstellen.

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