Mobilität: Ist das die perfekte Einkaufstasche für Radfahrer?

Mobilität: Ist das die perfekte Einkaufstasche für Radfahrer?

von Tobias Finger

Flexibel und umweltfreundlich: Zwei Wiener haben eine praktische Gepäckträgerbox für Radfahrer entwickelt – nur Regen mag sie nicht.

Matthias Lechner und Philipp Moherndl kommen aus Wien und sind begeisterte Fahrradfahrer. Auch ihre Einkäufe erledigen die beiden Österreicher gerne mit dem Rad. Aber der zumeist umständliche Transport der gekauften Ware war ihnen dabei schon länger ein Dorn im Auge.

Da kam der Ideenwettbewerb einer Wiener Kreativagentur zum Thema „Smarte Ideen für Rad und Stadt“ gerade recht. Weil die bisherigen Transportmöglichkeiten entweder umweltschädlich (Plastiktüten) oder unflexibel (Fahrradkörbe und Fahrradtaschen) waren, entwickelten die beiden Designer für den Wettbewerb eine praktische und umweltfreundliche Alternative: die Packtasche.

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Flexibilität ist TrumpfDie Packtasche besteht aus Wellpappe, die regional produziert wird. Sie fasst ein Volumen von 17,2 Litern und wiegt rund 450 Gramm. Das maximale Packgewicht von sechs Kilogramm wurde dem Durchschnittseinkauf entsprechend gewählt. In den Vorstellungen ihrer Erfinder soll das "Einkaufstascherl" wie jede andere Tragetasche auch an jeder Kasse von Supermärkten und anderen Geschäften zu haben sein.

Die Packtasche stellt insbesondere deshalb eine ernstzunehmende Alternative zu normalen Einkaufstüten dar, weil sie für Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen gut geeignet ist – der Griff wird zur Gepäckträgerhalterung, wenn man aufs Rad steigt und die Behälter hängen dann wie bei jeder Satteltasche links und rechts am Rad herrunter.

Außerdem ist die Packtasche genauso handlich wie herkömmliche Plastiktüten, denn sie lässt sich in drei einfachen Schritten wie eine Art Umzugskarton aufbauen und wieder zusammenfalten. Damit das auch wirklich jedem gelingt, ist eine passende Radfahrer-Grafik auf die einzelnen Bodenteile gedruckt, deren Teile sich nur beim richtigen Zusammenbau passend ineinanderfügen.

Wer sich keine große Gepäckträgertasche anschaffen möchte, für den könnte der Tragekarton tatsächlich eine gute Alternative sein. Der Nachteil allerdings: Bisher gibt es die Taschen erst ab einer Bestellung von 1000 Stück für Großkunden. Den Preis verraten die Designer auf Anfrage.

Auch als mobile Werbefläche macht die Packtasche einen guten Job. 100 Prozent biologisch abbaubar und mehrfach wiederverwendbar spricht die Innovation vor allem Geschäfte an, die mit Umweltfreundlichkeit punkten wollen. Problematisch wird es nur, wenn man keinen Gepäckträger hat oder wenn es regnet. Aber dann fahren vermutlich sowieso die wenigsten mit dem Rad zum Einkaufen.

Mit ihrer Erfindung reihen sich die beiden Designer Lechner und Moherndl übrigens in einen allgemeinen Trend ein, denn Wien wird immer mehr zur Fahrradstadt. So hat sich die Verwaltung zum Ziel gesetzt, dass die Bürger im kommenden Jahr schon zehn Prozent aller Wege in der Stadt per Zweirad zurücklegen. Vor einigen Jahren lag der Wert noch bei der Hälfte.

Die Funktionsweise der Biketasche erklärt dieses Video:



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