Mobilität: Kommt 2017 der Durchbruch für Elektroautos?

Mobilität: Kommt 2017 der Durchbruch für Elektroautos?

von Felix Ehrenfried

Viele Experten glauben nicht an einen baldigen Durchbruch der Elektromobilität. Doch einiges spricht dafür, dass E-Autos schon 2017 erschwinglich werden.

Die Verbreitung von Elektroautos geht nur schleppend vorwärts. Während in den USA Tesla mit seinem Model S regelmäßig neue Rekordverkäufe verbuchen kann, tut sich die deutsche Konkurrenz bisher noch recht schwer. Auch wenn jetzt BMW mit seinem i3 den umweltbewussten Kunden locken will haben sich Autos mit Elektromotor bisher in Deutschland nicht durchgesetzt. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Millionen Stromer auf deutschen Straßen zu haben, scheint zunehmend utopisch.

Dabei stehen die Zeichen eigentlich gut. So erklärten jüngst Automobilexperten einer amerikanischen Unternehmensberatung, dass ein wachsender Wettbewerb und fallende Preise für Batterien den Markt für Stromer schon bald beleben könnten. Auch sagte ein Branchenkenner im Interview mit WiWo Green, dass Elektrofahrzeuge sich hierzulande schnell als Firmenwagen etablieren liesen, wenn sie entweder billiger oder leistungsstärker wären.

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Niedrige Preise und hohe Reichweiten könnten, glaubt man Paul Scott, schon in vier Jahren Wirklichkeit sein. Scott ist Gründungsmitglied von Plug In America, einer unabhängigen Gesellschaft, die die Elektromobilität in den USA voranbringen will. Daneben arbeitet er im Vertrieb des Leaf, Nissans Elektroauto und gilt als einer der Vorreiter und Visionäre im Bereich der Elektromobilität.

Doch wieso erklärte Scott jüngst auf einem Gipfel zur Elektromobilität  in Kalifornien, dass 2017 die Wende für Stromer kommen wird? Das liegt Scotts Einschätzung an dem Projekt von Tesla Grüner Elon Musk, der in diesem Jahr einen günstigen Stromer herausbringen will. Der Wagen soll für einen breiten Teil der Bevölkerung erschwinglich sein und dabei eine Reichweite von mehreren hundert Kilometern aufweisen.

2017 soll die Trendwende kommenAußerdem schätzt Scott, dass bis 2017 die Preise für Batterien stark gefallen sein werden. Damit würden dann auch aktuelle Elektroautos, wie der Nissan Leaf oder der Chevy Volt, günstiger werden und für immer mehr Menschen zur ernstzunehmenden Alternative für den alten Wagen mit Verbrennungsmotor. Elektroautos wären dann nicht mehr teurer als herkömmliche Benziner.

Außerdem erklärte Scott, dass ein Blick auf die Zahlen den Siegeszug der Stromer verdeutliche. Gerade einmal rund zwei Jahre nach der Einführung des Nissan Leaf und des Chevy Volt und ein Jahr nach der Einführung des Tesla Model S seien mehr als 100 000 Elektroautos auf den Straßen der USA unterwegs. Zuvor seien es gerade einmal wenige Tausend Fahrzeuge gewesen. Dieser Anstieg  innerhalb weniger Jahre sei ein phänomenaler Sprung, meint Scott.

Experten des amerikanischen Magazins Technology Review geben Scott recht. Sie haben in einer Infografik die Entwicklung der E-Mobilität visualisiert. Geht es so weiter, sieht die Zukunft für Stromer gut aus. Und noch ein Faktor könnte künftig eine entscheidende Rolle spielen: Ein Elektroauto frisst auf 100 Kilometern Strom im Wert von rund 2,80 Euro. Selbst ein äußerst sparsamer Benziner mit drei Litern Verbrauch kommt mit aktuellen Preisen auf rund 4,50 Euro.

Nun bleibt noch abzuwarten, wie stark der deutsche Markt hinter dem der USA hinterherhinkt. Der Tesla Model S benötigte rund ein Jahr länger als in den Staaten bevor er auch in Deutschland ankam. Nimmt man diesen Unterschied auch als Basis für den neuen Billigtesla könnte also hierzulande 2018 das Jahr der Elektromobilität werden.

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