Mobilität: Mein Rennen gegen ein selbstfahrendes Auto

Mobilität: Mein Rennen gegen ein selbstfahrendes Auto

von Andreas Menn

Sind selbstfahrende Autos und Roboter schon so gut wie wir? Reporter Andreas Menn hat es getestet - im Duell mit den Maschinen.

Auf der Ascari-Rennstrecke in Südspanien: Ich sitze auf dem Beifahrersitz des Sportwagens und frage mich, warum ich bloß eingestiegen bin. Neben mir dreht sich das Lenkrad von selbst, das Auto gibt eigenständig Gas, und vor mir nähert sich bedrohlich schnell die nächste Kurve. "Bremsen", will ich schreien, aber der Motor dröhnt weiter - und erst im letzten Moment geht das Auto in die Eisen.

Ich bin an Bord eines selbstfahrenden Autos von Audi, dem RS7 piloted driving. Ingenieure und Informatiker haben es darauf getrimmt, so schnell wie möglich über die Piste zu jagen. Es ist der Härtetest für eine Technik, die in ein paar Jahren unseren Alltag revolutionieren soll: Selbstfahrende Taxis sparen uns dann massiv Zeit, Sprit, Geld und wertvollen Raum in den Städten.

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Mein Besuch auf der Rennstrecke hat einen Zweck: Ich will herausfinden, wie gut das selbstfahrende Rennauto schon ist. Und darum trete ich in den Zweikampf: Menn oder Maschine - wer ist schneller? Das Zeitfahren ist eines von drei Duellen, die ich mit den besten Robotern der Welt unternehme. Am Ende will ich erfahren, wie weit wir schon im Zeitalter der intelligenten Maschinen angekommen sind. Nehmen uns Roboter wirklich bald Arbeit und Mühsal ab?

Das Zeitfahren gegen Audis cleveren Sportwagen soll einen ersten Hinweis geben. Das Auto hat eine Kamera an Bord, mit der es die Piste filmt. Ein rasend schneller Computer im Kofferraum gleicht ihre Bilder mit hunderten Fotos der Strecke ab, die er gespeichert hat. Erkennt der Rechner Objekte am Wegesrand, dann weiß er, wo das Auto gerade ist. Zusätzlich hilft ein GPS-Empfänger bei der Ortung. Nahezu zentimetergenau orientiert sich das Auto so auf der Strecke - und sucht sich stets die Ideallinie.

Ich dagegen muss auf Intuition hoffen und 15 Jahre Erfahrung als Autofahrer. Also stülpe ich mir den Helm über, ziehe den Reißverschluss meines Rennanzugs zu und steige in den baugleichen Sportwagen, den ich nun selbst über den Ascari-Kurs lenken werde. Vor mir weht die schwarz-weiß-karierte Flagge im Wind. Mein Herz klopft, meine Hände werden feucht. Jetzt bloß keinen Fehler machen!

Dann senkt sich die Flagge, und ich trete mit Kraft auf das Gaspedal, rase mit brausendem Motor auf die erste Schikane zu...

Lesen Sie in der großen Multimedia-Geschichte Menn oder Maschine auf www.wiwo.de/mennodermaschine, wie das Rennen ausging, wie selbstfahrende Autos unsere Welt verändern und was Roboter künftig alles leisten! Und hier der Trailer:

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