Mobilität: So sieht die Tankstelle der Zukunft aus

Mobilität: So sieht die Tankstelle der Zukunft aus

von Felix Ehrenfried

Ein amerikanisches Unternehmen hat eine "grüne" Tankstelle vorgestellt. Das Konzept ist aber noch ausbaufähig, meinen wir.

Propel Fuels, ein US-Amerikanischer Hersteller von Biotreibstoff hat eine Tankstelle in Kalifornien eröffnet, die der Prototyp für Tankstellen der Zukunft sein soll.

Hier geht es nicht nur ums Tanken an sich. An der Service-Station kann das eigene Fahrrad repariert werden, mehrere Info-Bildschirme informieren, wann der nächste Bus fährt und wenn dann der Wagen getankt wird, kommt nur Biosprit in den Wagen.

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Mit dem Konzept will Propel Fuels eine grünere Fortbewegung forcieren und, selbstverständlich auch, die eigenen Produkte an den Mann oder die Frau bringen. Das sind Biokraftstoffe, allen voran E85 und Biodiesel. E85 besteht zu 85 Prozent aus Ethanol, also Alkohol, der bei Propel Fuels aus nachhaltigen Quellen wie Getreide gewonnen wird.

Tankstelle als grüner KnotenpunktDer Verkauf von Biokraftstoffen stellt in den USA keine Neuheit dar, bereits seit einigen Jahren können Autofahrer neben gewöhnlichem Kraftstoff auch E85 in ihren Tank kippen. Mehr als eine Millionen Amerikaner besitzen sogenannte Flex-Fuel Cars, also Autos die mit unterschiedlichen Benzinzusammensetzungen zurechtkommen.

Was die neue Tankstelle in der kalifornischen 500.000-Einwohner-Stadt Fresno jedoch besonders macht, ist die Ausstattung abseits der Zapfsäule. Hier soll es in Zukunft nicht um das Tanken gehen, sondern um eine möglichst umweltfreundliche Fortbewegung.

Die Tankstelle wird sozusagen zum Knotenpunkt für Freunde des umweltfreundlichen Reisens. Fahrradreparieren und weiterfahren, öffentlichen Nahverkehr nutzen oder eben mit Biosprit durch die Lande reisen, soll von hier aus kein Problem sein. Daneben sollen unterschiedliche Recyclingcontainer den Müllausstoß an der Tankstelle verringern.

Bisher ist die Idee von Propel Fuels zwar nett, jedoch wirkt die Sonderausstattung der Tankstelle mehr wie ein Gimmick, um die eigenen Kraftstoffe an den Autobesitzer zu bringen. Ein nettes Extra also, nicht mehr. Denn: Wer sein Fahrrad reparieren will fährt wohl eher zur lokalen Fahrradwerkstatt als an die Tanke und in Zeiten von Smartphone und Tablet braucht niemand mehr Infobildschirme um sich über Fahrpläne zu informieren.

Solarstrom und Treibstoff aus BratfettDamit eine Tankstelle wirklich zum umweltfreundlichen Knotenpunkt wird, kann noch einiges getan werden.

Hier sind unsere Vorschläge, wie eine wirklich grüne Tankstelle aussehen könnte:

Ein Anfang wäre die Architektur des Gebäudes. Mit Solarpanels auf dem Dach könnte die grüne Energieversorgung der Tankstelle gemeistert werden. Sollte ein Fluss in der Nähe sein, könnte hier eine Wasserturbine für weiteren grünen Strom sorgen. Damit wäre dann auch das Aufladen von Elektroautos und E-Bikes mit sauberem Strom möglich. Solch einen Versuch gibt es derzeit schon in München.

Weiter geht es mit der Kraftstoffauswahl an sich. Biosprit aus Getreide ist zwar theoretisch umweltschonend, moralisch jedoch fraglich. Eleganter wäre da die Ausstattung mit Sprit aus Algenreaktoren. Der ist denauso umweltfreundlich, aber effizienter und ressourcensparender.

Eine andere Möglichkeit wäre, den Biosprit aus Bratfett zu gewinnen. Ein US-Amerikanisches Startup zeigt mit seinem Biobot wie das sogar zu Hause geht. Dann könnte ja auch eine größere Nutzung im Tankstellenbetrieb möglich sein.

Damit auch Autos mit Brennstoffzellen als Motor die Tankstelle nutzen können, wäre ein Elektrolyseur von Nöten. Dieser könnte mit Sonnenstrom Wasserstoff abspalten und zur Verfügung stellen. Klingt wie Science Fiction? Nicht doch. Wasserstofftankstellen arbeiten heute schon mit den kleinen, lokalen Wasserstofferzeugern.

Zu guter Letzt fehlt noch der Antrieb durch Erdgas. Ein Tank plus Zapfsäule würde genügen, um auch die Fahrer solcher Fahrzeuge an die eigene Tankstelle zu locken. Um das Ganze auch grün zu halten, sollte dann das Gas allerdings umweltfreundlich erzeugt werden. Zum Beispiel durch Power-to-Gas-Technologie, die überflüssigen Grünstrom nutzt.  Eine mögliche Lösung liefert das Unternehmen Solar Fuel, das mithilfe von Sonnenenergie Methan erzeugt.

Alle diese Vorschläge sind technisch heute schon realisierbar. Es wird Zeit, dass sie in einer Tankstelle der Zukunft, die ihren Namen auch verdient, zum Einsatz kommen.

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