Neue Kleinwindanlage: Mit Flügeln statt Schaufeln mehr Energie gewinnen

Neue Kleinwindanlage: Mit Flügeln statt Schaufeln mehr Energie gewinnen

von Wolfgang Kempkens

Mit horizontalen Flügeln soll eine Kleinwindanlage aus den USA deutlich effizienter arbeiten.

Der US-amerikanische Student Michael Carruth ist sich sicher - er hat den Windgenerator der Zukunft entwickelt. Zwei Flügel drehen sich bei der Konstruktion um eine senkrechte Achse. Einer besteht aus einem Kohlenstofffaser-Gewebe, der andere aus Nylon.

Das sieht ungewöhnlich aus: Beide Flügel sind, wie die Segel eines Schiffes, flexibel. Wenn der Wind angreift wölbt sich das Segel. Dreht es aus dem Wind fällt es in sich zusammen. Im Gegenzug bläht sich das andere Segel. So erntet Carruth das Maximum der Energie, die im Wind steckt.

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Herkömmliche Mühlen, die um eine senkrechte Achse rotieren, haben ein Problem. Bei jeder Umdrehung laufen sie für kurze Zeit gegen den Wind. Das reduziert den Wirkungsgrad. Vor allem aus diesem Grund gibt es zumindest keine Großgeneratoren, die auf diesem Prinzip basieren. Weil sie andere Vorteile haben – sie laufen sehr leise und müssen nicht gedreht werden, wenn die Windrichtung wechselt –, werden viele Kleinanlagen speziell für den Einsatz in bewohnten Gebieten angeboten.

Wenn sich Carruths Prinzip tatsächlich realisieren lässt könnten es einen Boom bei Kleinwindanlagen geben. Bisher hat er allerdings nur ein Modell gebaut. Und es gibt nur sein Wort dafür, dass es funktioniert. Entscheidend dürfte die Materialfrage sein. Immerhin werden die Gewebe im Laufe der Zeit millionenfach verformt und wechselweise belastet. Fraglich ist auch, ob sich die Segel in schnellem Rhythmus entfalten und wieder in sich zusammenfallen, wie es das Konzept vorsieht.

Der Texaner Carruth orientierte sich an Beispielen in der Natur, etwa an den Flügeln von Vögeln und Veränderungen an ziehenden Wolken. Sein Wirtschaftsstudium an der University of Colorado in Boulder brach er ab, um sich ganz seinem Traum vom Windgenerator widmen zu können.

Die Hochschule nimmt Carruths Arbeit sehr ernst. Auf der Homepage wird der Werdegang des naturliebenden Alumni ausführlich beschrieben. Leider kommen auch dort die Details seines Windgenerators ein wenig zu kurz.

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