Neue Studie: 100 Prozent Erneuerbare bis 2050 möglich - weltweit

Neue Studie: 100 Prozent Erneuerbare bis 2050 möglich - weltweit

von Angela Schmid

Der Abschied von fossilen Brennstoffen sei bis 2050 möglich, so eine neue Studie - und würde sich sogar rentieren.

Rund ein Viertel des weltweiten Stroms wird aus erneuerbaren Energien gewonnen. Dass sich dieser Anteil in 35 Jahren vervierfachen lässt, scheint zumindest möglich. Laut einer neuen Greenpeace-Studie könnte bis dahin aber die komplette Energieversorgung, also auch für Heizung und Mobilität, ohne fossile Brennstoffe auskommen.

Die Energieversorgung bis 2050 auf erneuerbare Energien umzustellen, sei "technisch möglich, finanziell attraktiv und kann Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen", heißt es in der Studie, die von Greenpeace und dem Institut für Technische Thermodynamik-Systemanalyse und Technikbewertung des Deutschen Luft- und Raumfahrt Zentrums (DLR) erarbeitet wurde. Entscheidende Technologien sind ab 2020 die Windenergie und die Photovoltaik, gefolgt von Sonnenenergie und Geothermie.

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Dafür müssen die Staaten aber tief in die Tasche greifen. Laut Studie erfordert eine globale Energiewende bis 2050 jährliche Investitionen von durchschnittlich etwa einer Billion Dollar. Gerechnet ab diesem Jahr.

Gleichzeitig würde die Umstellung auf erneuerbare Energien jedoch Brennstoffkosten in Höhe von 1,07 Billionen Dollar pro Jahr einsparen. Die Herausgeber der Studie gehen davon aus, dass damit zudem weltweit 20 Millionen zusätzlicher Arbeitsplätze geschaffen werden. Denn während die Zahl der Beschäftigten der globalen Energiebranche ohne beschleunigte Energiewende bis zum Jahr 2030 leicht auf 28 Millionen sinkt, würde die Branche bei einer Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien im gleichen Jahr 48 Millionen Menschen Arbeit geben.

Außerdem könne laut Studie durch die weltweite Umstellung der CO2-Ausstoß so weit gesenkt werden, dass der Temperaturanstieg unter der kritischen Grenze von zwei Grad bliebe. „Die erneuerbaren Energien sind inzwischen erwachsen und können mit klimaschädlichen Kohlekraftwerken und riskanten Atommeilern konkurrieren“, so Sven Teske, Greenpeace-Energieexperte und Hauptautor der Studie. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Kohle- und Atomlobbyisten Regierungen daran hindern, jetzt rasch den Weg in eine saubere, sichere und wirtschaftliche Energiezukunft zu gehen.“

Deutschland würde profitierenDeutschland kann danach von einem beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren. Schon heute beschäftigt die deutsche Windindustrie rund 138.000 Menschen. Bei einer Exportquote bei Windanlangen aus Deutschland von 60 Prozent im Jahr 2014 sichert der Weltmarkt inzwischen jeden zweiten dieser Jobs. „Folgt die Welt dem Energy-Revolution-Szenario, wird sich der globale Windenergiemarkt bis 2030 vervierfachen. Für Deutschland ist die nationale und die globale Energiewende eine Riesen-Chance“, ist Teske überzeugt.

Energy-Revolution-Szenario ist der Name, den die Autoren dem ambitionierten Projekt gegeben haben. Es sieht unter anderem vor, bereits 2035 aus der Braun- und 2045 aus der Steinkohle auszusteigen.

Bedeutung hat die Studie auch vor dem Hintergrund der in Paris stattfindenden UN-Klimakonferenz, auf der erstmals die USA, China, Indien und die EU-Mitglieder ein gemeinsames Klimaabkommen mit knapp 200 Staaten unterzeichnen wollen. Es soll einen Weg aufzeigen, die mit Dürren, Stürmen und Überschwemmungen immer deutlicher werdenden Folgen des Klimawandels in beherrschbaren Grenzen zu halten.

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