Ölförderung: Shell und Mitsubishi wollen Umwelt besser schützen

Ölförderung: Shell und Mitsubishi wollen Umwelt besser schützen

von Markus Okur

Im Irak soll mit dem klimaschädlichen Verbrennen von Erdgas jetzt Schluss sein.

Immer wenn Rohöl aus der Erde gefördert wird, kommen auch Erdölgase mit an die Oberfläche. Sie können vor Ort als Treibstoff für Generatoren verwendet, mit Pipelines an andere Orte transportiert und verkauft oder zurück unter die Erdoberfläche geblasen werden.

Viele erdölreiche Gebieten auf der Welt, darunter der Irak, verfügen nicht über die Infrastruktur und Gasmärkte, so dass die Erdölgase in die Atmosphäre entlassen und dann abgefackelt werden. Dieser Prozess wird auch 'Gas Flaring' genannt und stellt eine Verschwendung von wertvollen Ressourcen dar und produziert Kohlenstoffdioxid. Viel zu oft werden aber noch nicht einmal diese Maßnahmen vergenommen und Gase einfach abgelassen ohne sie zu verbrennen - mit lebensbedrohlichen Konsequenzen für Arbeiter und die umliegende Bevölkerung.

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Der Irak hält die fünftgrößten Öl-Reserven der Welt. Entsprechend gewaltig ist auch die Menge Gas, die bei der Förderung anfällt. Der stellvertretende Industrieminister Mohammed Zain stellte kürzlich fest, dass das Land etwa eine Milliarde Kubikfuß Erdgas pro Tag verbrennt. Das entspricht dem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 365.000 deutschen Einfamilienhäusern.

Das soll sich jetzt ändern:

Schon im November 2011 wurde im Irak ein 25 Jahres-Vertrag mit dem Energiekonzern Royal Dutch Shell und dem Technikhersteller Mitsubishi unterzeichnet, der die Gewinnung von Erdgas aus einigen der größten Ölfelder im Süden des Irak vorsieht.

Dieses 17 Milliarden Dollar teure Projekt, auch bekannt als Basra Gas Co., startete nun Mitte April. Die Anlage beginnt zunächst mit der Förderung von rund 400 Millionen Kubikfuß Gas pro Tag. Der Plan sieht eine Förderung von zwei Milliarden Kubikfuß pro Tag im Jahr 2017 vor.

Die Süd-Gas Co. der irakischen Regierung kontrolliert 51% des Projekts, während Shell 44% der Anteile besitzt und Mitsubishi die restlichen 5% hält.

Zehn Jahre nach der Invasion in den Irak und dem Sturz Saddam Husseins kann der heimische Energiebedarf noch immer nicht gedeckt werden, so dass die wichtigste Priorität für die neue Quelle von Erdgas zunächst ist, dieses an Kraftwerke zu liefern und die Energieerzeugung zu erhöhen. Sobald die Binnennachfrage erfüllt werden kann, soll das überschüssige Gas exportiert werden.

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