Orison: Der Stromspeicher für die Steckdose

Orison: Der Stromspeicher für die Steckdose

von Wolfgang Kempkens

Dekorativ und günstig sollen die Stromspeicher von Orison sein - derzeit erobern sie die Crowdfunding-Plattform Kickstarter.

Der Energiespeicher der Zukunft hängt wie ein Bild an der Wand. Oder er steht wie eine Lampe neben der Couch. Nur dass er weder ein schönes Motiv zeigt, noch hell strahlt. Der Hausspeicher von Orison ist weiß.

Die Nutzung eines Speichers als Deko-Element war eine der Ideen von Eric Clifton und John Kohut. Sie haben Orison im Kalifornischen San Diego gegründet und stellen Energiespeicher her, die einfach per Kabel an die nächste Steckdose angeschlossen werden.

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Integriert ist neben der Batterie die komplette Elektronik, die das Gerät zum intelligenten Speicher macht. Das kommt in den USA offensichtlich an: Obwohl die Kampagne auf der Fundraising-Plattform Kickstarter noch 25 Tage läuft ist statt des Finanzierungsziels von 50.000 US-Dollar bereits eine knappe Viertelmillion zusammengekommen.

Die Orison-Speicher sollen nicht nur den Strom aus den eigenen Solarzellen speichern, sofern er nicht sofort verbraucht wird, sondern auch ganz normalen Netzstrom, wen er gerade besonders billig ist. Das funktioniert nur dann, wenn der Strom über intelligente Zähler abgelesen wird. Diese müssen noch mehr können als die, die sich vereinzelt in deutschen Haushalten befinden: Sie benötigen Infos zum aktuellen Strompreis. Den liefern die Stromversorger via Internet.

Elektrische Energie ist beispielsweise billig, wenn Windanlagen in der Nacht, wenn der Bedarf gering ist, sehr viel Strom liefern, weil eine steife Brise weht. Das System ermöglicht es, Billigstrom in Zeiten hinüberzuretten, in denen es teuer wird, an heißen Sommertagen etwa, wenn alle Klimaanlagen laufen.

So soll es funktionieren:

Technisch ist ein solches System schon seit mehr als zehn Jahren machbar. Doch zumindest die deutschen Stromversorger tun sich schwer mit dem Thema. Bisher sind nur wenige intelligente Stromzähler montiert, die im internationalen Sprachgebrauch Smart Meter heißen. Die Information über den aktuellen Strompreis, die den Einsatz von Orison erst sinnvoll macht, gibt es in Deutschland nicht.

Kunden wollen nicht überwacht werdenDaran sind nicht nur die Versorger schuld. Auch viele Bürger wehren sich, weil sie sich überwacht fühlen. Manche fürchten sogar eine Strahlenbelastung, die effektiv nicht existiert. Sie wollen ihre Waschmaschine dann laufen lassen, wenn sie es für nötig halten, und nicht dann, wenn dem Gerät via Internet ein günstiger Strompreis gemeldet wird.

Orison bietet seine Speicher zu einem Preis von 1600 Dollar (Wandmontage) beziehungsweise 1950 Dollar (Tower zum Aufstellen) an. Die ersten Unterstützer der Kampagne sparten 400 Dollar ein. Jeder Akku speichert 2,2 Kilowattstunden. Das reicht beispielsweise für zwei Waschgänge. Man kann auch mehrere Module kaufen und sie über die ganze Wohnung verteilen.

Gesteuert wird das System, das normalerweise automatisch speichert, wenn der Strom billig ist und ihn wieder abgibt, wenn er teuer ist, bei Bedarf übers Smartphone. Die spezielle App verrät dem Besitzer zudem, wie viel Geld er einspart. Im Sommer dieses Jahres sollen die ersten Einheiten ausgeliefert werden.

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