Palmendesign: Riesige Windräder klappen bei Sturm die Rotoren ein

Palmendesign: Riesige Windräder klappen bei Sturm die Rotoren ein

von Felix Ehrenfried

Deutsche und US-Forscher haben unabhängig voneinander bewegliche Rotoren für Windräder entwickelt.

Die Sandia National Laboratories, ein Forschungsinstitut des US-amerikanischen Energieministeriums will mit einem Riesenwindrad schon bald die magische Marke von 50 Megawatt Leistung knacken und alle bisher gebauten Windräder damit deutlich in den Schatten stellen.

Derzeit erreichen Windräder mit Rotoren von 50 bis 80 Metern Länge zwischen zwei und acht Megawatt, der Fortschritt wäre also enorm, findet der Blog Gizmag.com. Die Rotoren des neuen Superwindrads sollen ungefähr zweieinhalbmal so groß werden und damit die beeindruckenden 50 Megawatt Leistung erbringen. Damit dürften die Rotorblätter locker eine Länge von jeweils 200 Metern übersteigen, was hohe Anforderungen an Transport und Installation des Riesenwindrads stellt.

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Da ein Windrad gerade offshore oft enormen Belastungen durch Wind und Wetter ausgesetzt sein dürfte, haben sich die Planer beim Design der Rotoren und des Turms den Aufbau einer Palme genauer angeschaut: Diese widersteht oftmals unbeschadet auch schwere Stürme, da sie einerseits ihre Blätter im Sturm einfach anlegt, andererseits einen flexiblen Stamm hat, der sich im Wind neigt.

So soll auch das neue Riesenwindrad bei starkem Sturm per Knopfdruck seine Rotorblätter nach hinten anlegen können. Sobald sich das Wetter wieder beruhigt, fahren die Rotoren dann einfach wieder an die ursprüngliche Stelle, so der Wunsch der Planer. Außerdem soll der riesige Turm eine gewisse Flexibilität aufweisen und sich so dem Sturm durch eine leichte Biegung anpassen um damit auch die Angriffsfläche zu verkleinern.

Ähnliches Konzept aus DeutschlandGleichzeitig hat auch das deutsche Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik ein Projekt zu "Smart Blades" fertiggestellt. Das Zwölf-Millionen-Euro-Projekt lief bereits vier Jahre.

Die deutschen Forscher hatten vor allen Dingen Materialersparnisse im Sinn. Diese können nebenbei die Logistikkosten senken und die Lebensdauer erhöhen. Große Räder ernten mehr Windenergie, mittlerweile überstreichen die Blätter bei jeder Umdrehung eine Fläche, die mehreren Fußballfeldern entspricht. Die Windverhältnisse sind so unterschiedlich, dass auch die deutschen Entwickelt bewegliche Vorflügel, Hinterkanten und andere Systeme im Blick hatten.

USA brauchen Windkraft dringenderWährend der Ausbau der Windkraft in Deutschland in hohem Tempo voranschreitet, stockt die Energiewende in den USA. Das amerikanische Forschungsinstitut ist sich sicher, dass solche Riesenwindkraftanlagen nötig seien, wenn die USA ihr Ziel erreichen wollen, bereits 2030 rund 20 Prozent des eigenen Energiebedarfs aus Windkraft zu decken, wie es ein Plan des Energieministeriums vorsieht.

Wann das Riesenwindrad produziert wird und erstmals aufgestellt wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Und nach dem erfolgreichen Fraunhofer-Projekt ist auch nicht klar, wie gut die Exportchancen für das Palmen-Rad stehen.

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