Photovoltaik: Solarleistung könnte auf 150 Gigawatt steigen

Photovoltaik: Solarleistung könnte auf 150 Gigawatt steigen

von Wolfgang Kempkens

Photovoltaik macht heute bereits fast sechs Prozent unseres Stroms aus. Bis zum Jahr 2033 soll sich die Menge der Solarleistung fast vervierfachen.

Der Anteil von Solarstrom am deutschen Energiemix steigt jährlich weiter. Im vergangenen Jahr produzierten Photovoltaik-Anlagen bereits 5,8 Prozent unseres Stroms. 2013 waren es noch 4,9 Prozent gewesen. Eine Studie der Denkfabrik Agora Energiewende, die sich mit den politischen, wirtschaftlichen und technischen Fragen der Energiewende beschäftigt, wagt nun eine Prognose, wie viel Sonnenstrom in Zukunft produziert werden könnten.

Demnach könnte der Ausbau der Solarleistung in Deutschland bis zum Jahr 2033 auf 150 bis 200 Gigawatt steigen. Gleichzeitig müsse auch die Speicherkapazität beispielsweise in Großbatterien, aber auch in privaten Akkus drastisch ausgeweitet werden, schreiben die Studienautoren.

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Netzausbau „dann nicht mehr erforderlich“Konkret durchgerechnet hat die Agora-Truppe eine Leistungssteigerung von heute nahezu 40 auf 150 Gigawatt. Zeitgleich müsste die Pufferkapazität von heute etwa acht auf 40 Gigawatt steigen. Dieses Szenario garantiere Versorgungssicherheit.

Zudem seien „einige Netzausbauprojekte des Bundesbedarfsplans 2013 in dann nicht mehr erforderlich“, heißt es in der Studie. Denn ein Großteil des Stroms werde verbrauchernah produziert und gespeichert – Musik in den Ohren von Horst Seehofer, dem bayrischen Ministerpräsidenten, der den Nord-Süd-Stromautobahnen nur zähneknirschend zugestimmt hat.

Dass es finanziell machbar ist, daran lassen die Autoren der Studie keinen Zweifel. Sie rechnen mit weiterhin stark sinkenden Preisen für Solarmodule und Batterien. In den USA ist bereits ein Preis von einem Dollar pro Watt installierter Photovoltaik-Leistung in Sicht.

EEG-Umlage sinkt ab 2023Und Tesla, der Hersteller von Elektroautos und Lithium-Ionen-Batterien, hat mit seiner Batterie für private Solarstromer bereits ein Zeichen gesetzt. Sie kostet bei einer Dauerleistung von zwei Kilowatt 3500 Euro, das sind umgerechnet 175 Euro pro Watt. Bei einer Kombination der Tesla-Batterie mit einer Photovoltaik-Anlage koste der Strom heute 30 Cent pro Kilowattstunde, ebenso viel wie der aus dem öffentlichen Netz.

Zunächst werde die EEG-Umlage – die Differenz zwischen Vergütungssatz und Erlösen, die der Verbraucher zahlt – bis 2023 aber noch steigen, glauben die Agora-Experten. „Von da an sinkt die EEG-Umlage trotz steigender Anteile Erneuerbarer Energien“, so die Prognose. Im Jahr 2035 werde Strom dann nicht teurer sein als heute, aber zu 60 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammen. Grund dafür sei eine dann sinkende Belastung durch die EEG-Abgabe.

„Für die Energiewirtschaft bedeutet dies, nicht so sehr den Verkauf von Strom in den Vordergrund zu stellen, sondern vielmehr mit anderen Produkten zum Partner von Kunden zu werden, die selbst Solarstrom herstellen und speichern“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Er empfiehlt den Energiekonzernen, verstärkt auf den Verkauf von Batteriespeichern und deren Wartung sowie das Strommanagement zu setzen. Einige Unternehmen machen das bereits in relativ überschaubarem Ausmaß.

 

 

 

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