Prädikat Hingucker: Der Fahrradhelm, der in die Handtasche passt

Prädikat Hingucker: Der Fahrradhelm, der in die Handtasche passt

von Felix Ehrenfried

Fahrradhelme sind hässlich und klobig? Das will der britische Designer Jeff Woolf mit einem faltbaren Kopfschutz ändern.

Der Siegeszug des Fahrrads als grünes Fortbewegungsmittel ist unaufhaltsam. Denn Fahrradfahren ist emissionsfrei, verbessert die Gesundheit und ist in Großstädten zur Rushhour oft das bessere Fortbewegungsmittel, um schnell ans Ziel zu kommen. Jedoch setzt sich der radelnde Stadtbewohner auf seinem Weg zur Arbeit auch gewissen Gefahren aus. Denn ein Zusammenstoß zwischen Auto und Fahrrad endet leider meist wenig glimpflich für den Radler.

Ein Helm kann bei solchen, manchmal unvermeidbaren Crashs meist Schlimmeres vermeiden, glauben viele Unfallchirurgen. Denn "die Knautschzone des Fahrradfahrers ist bisher sein Frontalhirn”, erklärte ein Berliner Arzt im Gespräch mit der Tageszeitung (TAZ). Diese Knautschzone könnte auch ein Helm sein, wenn er denn von Fahrradfahrern getragen wird.

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Hier fängt das Problem nämlich an: Während auf der Skipiste ein Kopfschild quer durch alle Altersklassen zum guten Ton und zur Standardausrüstung gehört, ist diese Erkenntnis bei Radlern noch nicht ganz angekommen.

Die Erfindung des britischen Designers Jeff Woolf könnte da Abhilfe schaffen. Er hat mit dem Morpher einen Helm entwickelt, der zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Er sieht gut aus und lässt sich kompakt verstauen.

Das waren nämlich bisher zwei der Hauptargumente von Helmgegnern: Zum einen sieht selbst der knackigste Radler mit einem Helm aus wie ein Öko-Nerd. Zum anderen stellt sich nach der Fahrradtour häufig die Frage: Wohin mit dem Ding? Denn Platz ist für den Kopfschutz selten irgendwo. Mit dem Morpher soll Helmtragen schick und gleichzeitig unkompliziert werden.

Fast so flach wie eine Flunder: Der MorpherDenn den Morpher, wie Woolf seinen Helm genannt hat, gibt es in zahlreichen, schick glänzenden Farben. Außerdem ist er aus sechs unterschiedlichen Materialien aufgebaut, die die Kopfbedeckung extrem dünn werden lassen. So trägt er nur wenig auf dem Kopf auf und ähnelt eher einer Kappe als einem klobigen Schutzhelm.

Laut Woolf tragen 83 Prozent der Radler in Städten keinen Helm, weil er schlecht zu transportieren sei. Und das trotz der Tatsache, dass 84 Prozent der Befragten ihr Leben in Gefahr sehen, eben weil sie keinen Helm tragen. Diesem Sicherheitsrisiko wegen schlechter Transportfähigkeit will Woolf nun ein Schnippchen schlagen. Der Morpher soll sich einfach flach zusammenlegen lassen und so Platz in fast jeder Tasche finden.

Zu den Abmessungen des Morphers und seinem Preis gibt es bisher keine genauen Angaben. Den Bildern nach zu urteilen, ist der gefaltete Helm nicht mehr sehr groß. Inzwischen steht Woolf kurz vor der Realisierung seines Projektes, sodass der Morpher schon bald auf den europäischen Markt kommen dürfte. Im Juni 2014 soll es soweit sein. Hergestellen wird den Helm Strategic Sports Ltd, ein Unternehmen, das sich auf die Produktion von Sporthelmen und Helmen für die Industrie spezialisiert hat.

Und auch in Sachen Finanzierung sieht die Zukunft des Morphers rosig aus: Mit einer Crowdfunding-Kampagne auf Indiegogo wollte Woolf 35.000 US-Dollar (rund 25.600 Euro) an Kapital eintreiben. Mittlerweile hat er sein Ziel fast schon verdoppelt. Wer sich jetzt noch an der Kampagne beteiligt, bekommt eine Special-Edition des Helms für 89 US-Dollar (rund 65 Euro). Der spätere Marktpreis des Helmes dürfte in Zukunft ein wenig darüber liegen.

Auch wenn sich über Design streiten lässt und der Morpher wohl auch noch durch den TÜV muss: Der  Erfolg der Crowdfundingkampagne zeigt, dass Woolf den Zeitgeist getroffen hat - ein günstiger, durchdachter Helm, der sich leicht verstauen lässt und damit auch im Berufsalltag immer dabei sein kann, dürfte der Wunsch vieler städtischer Radler sein.

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