Rechenzentrum neben der Couch: Startup heizt mit dem Internet Wohnungen

Rechenzentrum neben der Couch: Startup heizt mit dem Internet Wohnungen

von Peter Vollmer

Serverfarmen produzieren Unmengen an Wärme - ein niederländisches Startup nutzt sie jetzt als Heizung für Privathaushalte.

Exabytes, also Milliarden Gigabytes, sind mittlerweile in der Cloud gespeichert. Urlaubsfotos, Musikvideos, Dokumente. Genau so immens wie die Datenmenge ist auch der Stromverbrauch, den die Kühlung der Server verursacht, auf denen die Daten gespeichert sind: Weltweit fließen fast zwei Prozent der Energieversorgung in den Betrieb von Datenträgern, schätzt Greenpeace.

Ein niederländisches Startup will nun die Wärme, die Server produzieren, sinnvoll nutzen.

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"Nerdalize" heißt das Unternehmen, das einen Server in Form eines Heizkörpers entwickelt hat. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger Enceo bereits in fünf niederländischen Test-Haushalten eingebaut.

Denn die Cloud breitet sich weiter aus: Im vergangenen Jahr nutzte jedes fünfte Unternehmen in der EU Cloud-Services. Unter Privatleuten ist die Cloud-Nutzung noch verbreiteter. (Siehe Infografik.) Deshalb benötigen die Serverfarmen mehr Rechenleistung, mehr Kühlung und damit mehr Strom.

Der Stromverbrauch für die Server selbst würde durch die Dezentralisierung zwar nicht sinken, allerdings könnte im gleichen Maße der Verbrauch von Heizöl und vor allem Erdgas in den Haushalten zurückgehen. Beide lieferten 2012 noch 62 Prozent der Heizenergie in der EU.

Wenn der Strom aus erneuerbaren Energien kommt, wäre die Server-Heizung auch in diesem Punkt umweltfreundlicher. Wer eine eigene Solaranlage auf dem Dach hat, kann auch deren Strom nutzen.

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