Rekord in Südafrika: Solarkraftwerk liefert zwei Wochen durchgehend Strom

Rekord in Südafrika: Solarkraftwerk liefert zwei Wochen durchgehend Strom

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Das Solar-Kraftwerk "AndaSol 1" in Südspanien - eine Testanlage, in der bereits 2009 Öl-Speicher getestet worden sind.

von Wolfgang Kempkens

In Südafrika scheint die Sonne deutlich regelmäßiger als in Deutschland. Deshalb kann dort ein Solarkraftwerk mit speziellem Speicher ohne Unterbrechung Strom liefern.

Mit einem Weltrekord haben die Betreiber eines Solarkraftwerks in Bokpoort im Süden Südafrikas auf sich aufmerksam gemacht. Zwei Wochen lang lieferte es rund um die Uhr Strom. Das ist möglich, weil die 50-Megawatt-Anlage über mehr Wärmespeicherkapazität verfügt als sämtliche vergleichbaren Solarkraftwerke.

Ein Teil der Wärme, die die langen Parabolspiegel einfangen und auf ein öldurchflossenes Rohr in der Brennlinie konzentrieren, wird tagsüber in die Speicher geleitet. Sie sind mit geschmolzenem Salz gefüllt, das sich weiter erhitzt. Nachts transportiert das gleiche Thermoöl die Energie in einen Wärmetauscher. Dort entsteht Dampf, der einen Siemens-Turbogenerator antreibt.

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Kraftwerke, die Strom mit Hilfe von Solarzellen produzieren, sind zwar günstiger. Doch die Speicherung für wolkige Tage und vor allem für die Nächte ist weitaus teurer. Das geht praktisch, steht nicht gerade ein Pumpspeicher in der Nähe, nur mit Batterien. Nun ist also in Teilen der Erde auch mit Solarnergie die Bereitstellung von Grundlast möglich.

Das saudische Unternehmen ACWA Power hat das Kraftwerk entwickelt und gebaut. Außerdem fungiert es 20 Jahre lang als Betreiber. In dieser Zeit soll es die Baukosten von umgerechnet gut 450 Millionen Euro mehr als eingespielt haben. In mehreren Staaten betreibt ACWA grüne Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 18 Gigawatt sowie Entsalzungsanlagen, die täglich 2,5 Milliarden Liter Trinkwasser liefern.

Solarkraftwerk Bokpoort soll Vorbild für neue Anlagen sein

Das Solarkraftwerk Bokpoort ist das dritte dieser Art in Afrika. Die beiden Erstlinge können nur noch wenige Stunden Strom liefern, wenn die Sonne streikt. Künftige Anlagen sollen nach dem Vorbild von Bokpoort gebaut werden, um nach und nach Kohlekraftwerke abzulösen, die mehr als 80 Prozent des Stroms in Südafrika liefern. Insgesamt sind rund 45.000 Megawatt installiert. Vor allem zwei Kernkraftwerke und sechs Wasserkraftwerke liefern den Rest, einen kleinen Teil auch Solarkraftwerke und drei Windparks.

Während die ältesten Kohlekraftwerke nicht mehr zuverlässig Strom produzieren, haben die Solaranlagen eine hohe Verfügbarkeit, sind allerdings auch weitaus jünger als die meisten fossilen Anlagen in Südafrika. Da die Qualität der Kohle und die Wirkungsgrade zu wünschen übrig lassen, sind die Emissionen von Schadstoffen und Kohlendioxid überproportional hoch.

Da das Land die Klimavereinbarungen von Paris mitträgt, kommt es an einem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht vorbei. Mit dem Kraftwerk Kusile ist allerdings noch ein fossiler Stromerzeuger im Bau. Der erste der sechs 800-Megawatt-Blöcke, die Mitsubishi Hitachi Power Systems baut, geht im nächsten Jahr in Betrieb. Es ist der erste in Südafrika, der mit einer Rauchgaswäsche ausgestattet ist.

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