Revolution auf der Straße: Die ersten autonomen Taxis fahren in Singapur

Revolution auf der Straße: Die ersten autonomen Taxis fahren in Singapur

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Sechs fahrerlose Taxis sind im Moment in Singapur unterwegs. Bis Ende des Jahres sollen es zwölf sein. (Foto: nutonomy.com)

von Ruth Herberg

Großkonzerne liefern sich einen Wettstreit um selbstfahrende Autos. Die ersten fahrerlosen Taxis hat in Singapur jetzt allerdings ein Start-up losgeschickt.

Das Rennen um das erste selbstfahrende Taxi ist offenbar entschieden. Der erste Preis geht aber nicht, wie erwartet, an den Fahrdienst-Vermittler Uber oder an Google, sondern an nuTonomy. Das US-Start-up hat vergangene Woche in Singapur die ersten fahrerlosen Taxis auf die Straße geschickt – wenn auch vorerst nur im Testbetrieb. Der Fahrservice soll sich aber schnell etablieren und bald das Verkehrsaufkommen in der Stadt reduzieren.

nuTonomy liefert die Software für die insgesamt sechs Fahrzeuge, die auf einem Forschungscampus unterwegs sind. Passagiere, die vorher von dem Unternehmen eingeladen wurden, können die Taxis per Smartphone-App anfordern und an sechs Haltestellen ein- und aussteigen.

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Ganz fahrerlos sitzen sie in den Autos dann aber doch nicht: Während des Testbetriebs sitzen Mitarbeiter von nuTonomy hinter dem Steuer, um im Notfall eingreifen zu können. Auf dem Rücksitz wird zudem ein Wissenschaftler Platz nehmen, der das Bordsystem überwacht.

nuTonomy hat Singapur unter anderem deshalb gewählt, weil die Autofahrer hier als sehr verkehrsregeltreu gelten – das macht es der Software einfacher, das Auto sicher durch den Verkehr zu steuern. Außerdem hat die Stadt mit einem hohen Verkehrsaufkommen zu kämpfen. Sollte der Testbetrieb erfolgreich sein und sich der Fahrservice etablieren, könnte das die Verkehrswege erheblich entlasten.

2018 soll der Fahrservice etabliert sein

Für die Umwelt sind die Taxis doppelt gut: Denn sie reduzieren nicht nur das Verkehrsaufkommen, sondern fahren auch elektrisch. Im Einsatz sind Renault Zoe und Mitsubishi i-MIEV Modelle. Um selbst fahren zu können, ist jedes Auto mit entsprechender Software sowie sechs Lidar-Systemen aufgerüstet worden. Lidar ist ein Radarsystem, das mit Hilfe von Lasern und Kameras die Umgebung scannt und gegebenenfalls Hindernisse erkennt.

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Wie sieht das Auto der Zukunft aus? Für den Münchner Entwickler Paul Leibold klein, wenig und elektrisch. Mit Wechselakkus und Leichtbauweise soll es die Verkehrswende einleiten.

Das eTAXI peilt einen Einsatz in Städten an - diese Animation zeigt, wie es aussehen könnte. (Bild: ACM)

Die fahrerlosen Taxis waren zwar schon seit dem Frühjahr in Singapur unterwegs, wurden bislang aber nur von Mitarbeitern getestet. „Dieser Probelauf ist für uns nun eine einmalige Gelegenheit, Feedback von echten Passagieren zu erhalten“, sagt Karl Iagnemma, einer der Gründer von nuTonomy. „Diese Erfahrung verschafft uns einen Vorsprung auf dem Weg zu einer ganzen Flotte von fahrerlosen Taxis in 2018.“

Bis Ende des Jahres soll sich die Zahl der selbstfahrenden Autos verdoppeln, 2018 dann eine ganze Reihe der Taxis in Singapur unterwegs sein. Außerdem ist die Ausweitung auf andere Städte in Asien, den USA und Europa geplant. Wann es soweit sein wird, ist noch unklar. Fest steht allerdings, dass nuTonomy den Großkonzernen Uber und Google nun einen Schritt voraus ist: Die beiden Unternehmen lassen ihre fahrerlosen Autos wohl erst in den kommenden Tagen beziehungsweise Ende des Jahres auf die Straßen.

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