Revolutionär Reisen: Mit 6.500 Stundenkilometern um die Welt

Revolutionär Reisen: Mit 6.500 Stundenkilometern um die Welt

von Felix Ehrenfried

Der Hyperloop soll günstig, umweltfreundlich und aberwitzig schnell sein. Klingt verrückt? Ganz und gar nicht, findet zumindest Tesla-Chef Elon Musk.

Schneller als ein Flugzeug, umweltfreundlicher als die Bahn und günstiger als der Reisebus - das klingt wie die eierlegende Wollmilchsau der Reiseindustrie. Geht es aber nach Elon Musk, soll das schon bald möglich sein. Der Chef von Tesla-Motors hat schon mit seinen ziemlich coolen und erfolgreichen Elektroautos eigentlich Unmögliches auf die Straße gebracht. Und Hyperloop, wie er die neue Art des Reisens nennt, klingt mindestens genauso fantastisch. Er beschreibt sie als "eine Mischung aus der Concorde, einer Schienenkanone und einem magnetischen Tischhockeyspiel."

Doch nicht Tesla-Motors selbst soll die neue Dimension des Reisens bald möglich machen. Es ist das kleine Unternehmen ET3 aus dem amerikanischen Colorado, der Firmenname steht für Evacuated Tube Transport Technologies. Ob Musk darin investiert hat, ist unklar. Noch dieses Jahr testest das Team aber eine erste Version des Hyperloops auf einer drei Kilometer langen Teststrecke - und will so beweisen, dass das Konzept mehr ist als Science-Fiction.

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Günstig und Schnell: ET3Alleine die Funktionsweise des Wunderfahrzeugs könnte aus einem Film dieses Genres stammen. Die Passagiere steigen in eine kleine, im Durchmesser 1,5 Meter große Kapsel und werden in eine Röhre geschoben. In der Röhre herrscht ein Vakuum, die Luft wird also dauerhaft entzogen. Außerdem schwebt die Transportkapsel aufgrund von Magnetfeldern innerhalb der Röhre. Elektromotoren beschleunigen die Kapseln, die dann dank fehlender Reibung oder Luftwiderstand durch die Röhre gleiten. Also ganz ohne weitere Energieaufwendung. Am Ziel angekommen wird mittels Elektromagneten die Kapsel abgebremst und durch diesen Vorgang gleichzeitig Energie gewonnen. Unter dem Strich könnten bei jeder Reise so Energiekosten von nahe bei Null stehen.

Die Geschwindigkeiten der Passagiere ist atemberaubend: Für Trips innerhalb des Landes erreichen sie bis zu 600 Stundenkilometer, geht es weiter weg sollen die Kapseln auf bis zu 6500 Kilometer pro Stunde beschleunigt werden. Von New York nach Bejing in zwei Stunden oder von Berlin nach Sydney in unter vier Stunden wäre so möglich. Da passt der Werbespruch des Unternehmens: ET3 ist der Weltraumflug auf der Erde.

Und auch die Kosten für das System sollen bahnbrechend sein. Der erste Aufbau solch eines Netzes aus Rohren kostet zwar viel Geld, von da an schiessen die Kapseln aber nahezu kostenfrei durch die Röhren. Im Vergleich zu einer Strecke für Hochgeschwindigkeitszüge soll eine entsprechende Hyperloop-Strecke 90 Prozent weniger kosten, nimmt man Autobahnen als die Referenz für diese "neue Art des Reisens" liegt der Preis immer noch um 75 Prozent niedriger.

Elon Musk beschrieb den Hyperloop deswegen auch als die fünfte Dimension der Fortbewegung. Nach Flugzeug, Auto, Schiff und Eisenbahn könnten Reisende sich schon bald in kleinen Kapseln rund um den Erdball schießen lassen. Klingt unmöglich? Das dachte man, auch als Musk erklärte, er wolle ein Elektroauto in Serienproduktion herstellen. Aktuell ist sein Edelstromer Tesla Model S auf Monate hinaus ausverkauft.

Hier noch ein Video des Konzepts von ET3:



 

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