Schifffahrt: Brennstoffzellen für grüneren Antrieb

Schifffahrt: Brennstoffzellen für grüneren Antrieb

„Grundlage des Brennstoffzellensystems sind standardisierte Einheiten, die modular aufgebaut sind und durch Zusammenschalten zu beliebigen Leistungsgrößen skaliert werden können“, erklärt Werft-Chef Bernard Meyer. „Die so entstehenden Energiemodule sollen zukünftig die Grundlage eines dezentralen Netzes an Bord bilden.“

Für den Antrieb der Schiffe ist die Leistung bisher aber nicht nur viel zu gering, sondern auch viel zu teuer. Im Vergleich zum herkömmlichen Schweröl ist eine Brennstoffzelle etwa 100 Mal so teuer.

Einsatz auf Passagierschiffen in zehn Jahren möglich

Gerd Untiet, Entwicklungsleiter der Meyer-Werft, ist jedoch überzeugt, dass sich die Brennstoffzelle in Zukunft neben LNG (verflüssigtem Erdgas), Methanol und Ethanol als Schiffsantrieb durchsetzen wird. Auf Binnen- und Passagierschiffen kann er sich den Einsatz in zehn Jahren vorstellen, da der Umweltfaktor für die Reedereien an Bedeutung gewinne und höhere Kosten eher in Kauf genommen würden.

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Von den derzeit elf Schiffen der Aida-Flotte verfügen bisher zwei Schiffe über Landstromanschlüsse. (Foto: Aida)

Auch auf Yachten und Fährschiffen sei ein Einsatz denkbar, denn die Brennstoffzellen arbeiten leise und vibrationsarm. Damit bieten sie zusätzlich mehr Komfort als der Diesel- oder Schwerölantrieb. 

Für Containerschiffe, die um die ganze Welt fahren, ist der umweltfreundliche Antrieb allerdings noch Zukunftsmusik. Langfristig sei es dennoch eine Perspektive, sagt Ralf Sören Marquardt, Geschäftsführer des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik e.V. (VSM).

Gesetzliche Anforderungen müssen steigen

Das Kraftwerk im Miniformat ist nicht nur ein sauberer Antrieb. Da die Brennstoffzellen auch leiser arbeiten als konventionelle Systeme, können sie an verschiedenen Stellen im ganzen Schiff betrieben werden. Im Fall einer Havarie besteht dann nicht mehr die Gefahr, dass der Maschinenraum und damit die gesamte Energiezufuhr zerstört wird – und das wiederum bedeutet ein Mehr an Sicherheit.

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Für den Einsatz von Brennstoffzellen müssten aber nicht nur die Kosten für die Brennstoffzelle sinken; auch die gesetzlichen Anforderungen müssen aus Sicht von Marquardt hochgeschraubt werden, damit die Brennstoffzelle an Attraktivität gewinnt.

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„Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie entwickelt sich zu einer echten Alternative für die spezifischen Bedürfnisse der Schifffahrt“, sagt Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW). „Damit gibt sie eine technologisch innovative Antwort auf Klimaschutz- und Emissionsfragen.“

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