Schnäppchen-Rad: Ein E-Bike für 450 Euro

Schnäppchen-Rad: Ein E-Bike für 450 Euro

von Sabrina Keßler

E-Bikes machen Spaß, sind aber für viele unerschwinglich. Ein amerikanisches Unternehmen bietet nun ein E-Bike zum Rekordpreis an. Eine echte Alternative?

Mit Leichtigkeit den Berg hochdüsen, kilometerlange Fahrradtouren genießen und ganz ohne Schweiß zur Arbeit radeln: Die Vorzüge der sogenannten E-Bikes, also Fahrrädern mit elektronischem Antrieb, haben sich inzwischen herumgesprochen. Mehr als 500.000 Elektro-Räder werden nach Schätzungen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) allein dieses Jahr in Deutschland verkauft. Zum Vergleich: 2009 waren es 150.000.

Rund 1,6 Millionen batteriebetriebene Fahrräder stehen inzwischen in deutschen Garagen und Kellern herum. Der Markt für E-Bikes boomt, doch erschwinglich sind sie deshalb nicht: Wer 2014 ein E-Bike gekauft hat, zahlte durchschnittlich 2.837 Euro. Eine enorme Summe für ein bisschen Fahrspaß.

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Elektronischer Monster-Truck für RadlerDass es - zumindest zeitweise - auch günstiger geht, will nun ein amerikanisches Unternehmen beweisen – und sammelt dafür massig Geld über Crowdfunding-Plattformen ein: Rund sechs Millionen Euro hat das Unternehmen Sondors eBike bereits im März auf Indiegogo eingenommen. Mehr als 1 Million Euro kommen nun über eine erneute Kampagne auf Kickstarter dazu – und das bereits 16 Tage vor Finanzierungsfrist.

Die Firma aus Malibu lockt mit einem Produkt, das bei derzeitigen Preisen zu schön klingt, um wahr zu sein: das „günstigste E-Bike aller Zeiten“. Umgerechnet rund 450 Euro soll das Fatbike, ein Art Monstertruck für Radler, kosten. Nicht nur Kritiker werden bei diesem Preis skeptisch. Und zwar zurecht.

Neuheit ohne NeuerungWie der US-Journalist Lloyd Alter berechnet, kostet allein der Antrieb des chinesischen Herstellers Golden Motor knapp 350 Euro. Hinzu kommt die Batterie, die weitere 180 Euro verschlingt. Zusammengerechnet bereits mehr als der angegebene Verkaufspreis. Wie ist der Kampfpreis also möglich?

Der Hersteller verweist auf seine 30-jährige Erfahrung und die Kontakte in die Branche. Der Erfinder des E-Bikes, der sich hinter dem Pseudonym „Storm Sondors“ versteckt, habe jahrelang kleine Spielzeug-Figuren für das McDonald's Happy Meal entworfen und sich dadurch Know-How in Sachen Produktdesign angeeignet. Zudem habe er einige Jahre in Hong Kong verbracht, weshalb die Firma einen guten Draht zu asiatischen Produktionsstätten aufweise.

[gallery link="file" ids="61488,61487,61482"]Kontakte und Erfahrung liefern allerdings nur einen Teil der Erklärung für den Preis. Fakt ist, dass Sondors eBike lediglich eine Minimalausstattung bietet - und bisher nur in den USA und Kanada erhältlich ist. Man habe sich jegliche Entwicklungskosten gespart und nur bereits im Handel erhältliche Teile verbaut, heißt es auf der Website. Ein Rad aus Standardkomponenten also, ohne jeglichen Schnickschnack.

Lockangebot statt KampfpreisDer Preis ist deshalb auch das einzige Merkmal, das diesem Rad Besonderheit verleiht. Alle anderen Werte – Reichweite, Gewicht und Geschwindigkeit – sind lediglich Mittelmaß: Der Hinterradmotor leistet 350 Watt und beschleunigt das Bike auf maximal 32 km/h. Die Batterie, die wie eine Trinkflasche in den Rahmen eingehakt wird, soll nach Angaben des Herstellers eine Kapazität von 360 Wattstunden haben, ausreichend für 80 Kilometer auf ebener Strecke. Und mit seinen 22 Kilogramm gehört das eBike eher zu den Schwergewichten auf dem Markt - nicht unüblich für die sogenannten Fat-Bikes.

Der wahre Grund für den Rekordpreis liefert allerdings eine weitaus einfachere Tatsache: Um möglichst viel Geld einzusammeln, ist das E-Bike lediglich während der Kampagne so günstig - also noch 16 Tage. Danach, so der Hersteller, soll das Fahrrad etwa 1.140 Euro kosten. Weit mehr als das doppelte also. Wer sich mit dem Sondors eBike anfreunden kann, sollte sich also beeilen.

Das Bike in Aktion gibt's hier zu sehen:

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