Selbstfahrende Autos: 2050 sitzen nur noch Roboter am Steuer

Selbstfahrende Autos: 2050 sitzen nur noch Roboter am Steuer

von Tobias Finger

Menschen als Autofahrer werden verzichtbar, sagt eine Studie. Doch noch ist die dafür nötige Technik teuer.

Die Hände nicht am Lenkrad, die Füße nicht auf den Pedalen, aber trotzdem als „Fahrer“ mit dem Auto unterwegs? Getestet wird das sogenannte autonome Fahren heute schon von zahlreichen IT- und Automobilunternehmen - in weniger als 40 Jahren ist es vielleicht sogar Normalität.

Davon gehen zumindest die Experten des US-Analyseunternehmens IHS Automotive aus, die sich die Entwicklung der Robo-Autos näher angeschaut haben. Ihrer Studie zufolge, werden 2025 bereits fast eine Viertelmillion selbstfahrender Autos auf den Straßen dieser Welt unterwegs sein. Und bis zur Mitte dieses Jahrhunderts, da sind sich die Experten sicher, werden manuell zu steuernde Kraftfahrzeuge die Ausnahme sein.

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Anlass für diese durchaus euphorischen Schätzungen geben vor allem die neuen Kooperationen der Automobilindustrie mit Unternehmen aus dem Technologiesektor. Bei der Consumer Electronics Show (CES)  in Las Vegas, einer der wichtigsten Technik- und Elektronimessen weltweit, zeigte zum Beispiel Audi gerade, wie die Mobilität der Zukunft aussehen könnte: Der Fahrer steigt aus dem Auto, zückt sein Android-Smartphone und wählt einen Befehl auf einer speziellen App: Ohne weiteres Zutun manövriert der Wagen zielsicher in die Parklücke.

Diese Demonstration zeigt die Möglichkeiten der neuen Partnerschaft „Open Automotive Alliance“, die Google mit mehreren Autoherstellern eingegangen ist und mit der der Internetriese sein mobiles Betriebssystem Android in die Auto-Cockpits dieser Welt bringen möchte.

So wie Audi arbeiten die allermeisten großen Autoschmieden derzeit an autonomen Fahrzeugen (und erste Städte stellen sich auf diesen Trend ein). Vorboten der neuen Technik finden sich auch in den Autos, die dieses Jahr auf den Straßen unterwegs sind. Spurhaltesassistent, automatisiertes Bremsen und automatische Einparkhilfen sind nur ein paar davon.

Was jetzt schon nützlich ist und zur Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt, könnte zukünftig die Zahl der Verkehrstoten massiv senken. Egil Juliussen, Haupanalyst bei IHS Automotive, sagte dazu der Zeitung USA Today: „Wenn der Marktanteil von selbstfahrenden Autos auf den Autobahnen wächst, werden die Unfallraten stetig sinken.“ 90 Prozent aller tödlichen Unfälle werden durch menschliche Fahrfehler verursacht.

Aufpreis von bis zu 10.000 DollarDementsprechend geringer wäre dieser Wert, wenn man den Menschen aus der Verantwortung nimmt. Auch die Straßen und die Umwelt würden geringer belastet, da das Fahrverhalten der Maschinen maximal umweltfreundlich programmiert sein soll, ist sich Juliussen sicher.

Doch was Sicherheit verbessert und Verkehrschaos und Umweltverschmutzung schrumpfen lässt, kann in vielen Berufen Arbeitsplätze kosten. Wer mit Taxifahren sein Leben bestreitet, wird von der neuen Technik nicht begeistert sein.

Doch bis es so weit ist, dass sich die autonomen Fahrzeuge etabliert haben, müssen die Hersteller noch einige Hürden überwinden. Sensoren und die entsprechende Software muss weiterentwickelt werden, außerdem muss die Internetverfügbarkeit in den Städten steigen, so dass die Autos auch wirklich untereinander kommunizieren können und ihren Weg finden. Eine weitere ungelöste Frage: Das Thema Sicherheit. Schon jetzt haben Hacker demonstriert, wie leicht die autonomen Autosysteme zu manipulieren sind.

Ob das alles rechtzeitig geschieht und ob die Innovation für den Otto Normalverbraucher überhaupt erschwinglich sein wird? Die Experten von IHS jedenfalls rechnen 2025 mit Mehrkosten zwischen 7.000 und 10.000 Dollar beim Kauf eines selbstfahren Autos gegenüber einem herkömmlichen Wagen. Weitere zehn Jahre später soll sich die autonome Fahrtechnik nur noch mit 3000 Dollar beim Kaufpreis niederschlagen.

Die Marktchancen der Robo-Autos sehen allerdings einige Experten noch euphorischer als die IHS-Analysten. Ab 2035 könnten jährlich knapp 100 Millionen autonome Autos verkauft werden, errechnete kürzlich eine Studie der Marktforscher von Navigant Research. Selbstfahrende Autos hätten dann mit einem Anteil von rund 75 Prozent die absolute Mehrheit auf dem globalen PKW-Markt.

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