Selbstfahrender Bus: Griechischer Ort testet E-Shuttle im Stadtverkehr

Selbstfahrender Bus: Griechischer Ort testet E-Shuttle im Stadtverkehr

von Angela Schmid

Durch das griechische Örtchen Trikala fährt der erste E-Bus, der ohne Fahrer auskommt - trotz schmaler Gassen und enger Kurven.

Der kleine Bus erinnert ein wenig an ein Legoauto. Doch in der Knutschkugel steckt modernste Technik. Seit einigen Tagen rollt der fünf Meter lange Bus aus dem Hause Robosoft vollautonom durch die nordgriechische Stadt Trikala.

Der E-Bus hat Platz für zehn Personen und rollt behäbig mit maximal 20 km/h durch die Straßen. Auf einer vorgegebenen Route von 2,4 Kilometer soll er leise und ohne Fahrer seinen Weg finden – mitten im öffentlichen Verkehr.

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Laser und Sensoren helfen dem Bus dabei, jedes Hindernis zu erkennen und bei Bedarf zu bremsen. Mit Kameras wird der Bus von einer Kontrollstation aus überwacht. Zudem verfügt er über eine GPS-Lokalisierung. Damit es keine Probleme gibt, hat der Bus-Service eine eigene Fahrbahn, die von anderen Fahrzeugen nicht genutzt werden darf. Die Entwickler wollen erproben, ob so ein Fahrzeug im Verkehr neben Autos und Fußgängern tatsächlich bestehen kann. Bis Ende Februar 2016 soll das Fahrzeug jetzt lernen, die Tücken der engen Straßen, steilen Hänge und kräftigen Windböen in der Region zu bewältigen.

Und so berichtet der Fernsehsender Euronews über das Projekt:

Das Pilotprogramm CityMobil2 der Europäischen Union ist ebenfalls in Italien vertreten, wo bereits vor einem Jahr die Tests begannen. Die ersten Ergebnisse waren allerdings ernüchternd, da das GPS häufiger ausfiel und die Busse einfach stehen blieben. Weitere Tests laufen in Frankreich und Finnland.

CityMobil2 ist eine Plattform für automatisierte Straßentransport-Systeme, die in verschiedenen Stadtgebieten in ganz Europa umgesetzt werden. Dazu gehört auch die Forschung an technischen, finanziellen und kulturellen Aspekten. Zudem wird untersucht, wie autonome Fahrzeuge in die bestehende Infrastruktur eingefügt werden können. Start war im September 2012, ein Jahr soll das Projekt noch laufen.

Weitere Tests auf der ganzen WeltDies ist nicht der erste Versuch, den Fahrer im Bus zu ersetzen. Auch im schweizerischen Lausanne fand in diesem Jahr ein Test mit sechs selbstfahrenden Bussen statt. Sie transportierten Passagiere auf einer 2,5 Kilometer langen Strecke auf dem Campus einer schweizerischen Universität.

Der gleiche Bustyp soll demnächst auch im niederländischen Wageningen autonom sechs Passagiere rund elf Kilometer bis zur Nachbarstadt Ede befördern. In Zhengzhou, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Henan, läuft ebenfalls ein Test mit selbstfahrenden Bussen auf einer rund 30 Kilometer langen Route bis zur Nachbarstadt Kaifeng.

Allerdings sind sie mit einer Geschwindigkeit von bis zu 65 Kilometer pro Stunde wesentlicher schneller als das Gefährt in Griechenland. Außerdem können sie Spuren wechseln und autonom an Kreuzungen halten. Bisher ist aber noch ein Fahrer an Bord, der im Notfall eingreifen kann.

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