Smart-Bike: So wird jedes Fahrrad zum rollenden Computer

Smart-Bike: So wird jedes Fahrrad zum rollenden Computer

von Felix Ehrenfried

Ein System, das Fahrräder smarter machen soll, wird zum Crowdfunding-Hit. Mehr als 300.000 Euro sammeln die Entwickler ein.

Das Erscheinungsbild des Fahrrads hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt. Vor einiger Zeit noch lediglich als günstiges und umweltfreundliches Transportmittel gesehen, um mit Muskelkraft von A nach B zu kommen, entwickelt sich der Drahtesel zunehmend zum Statussymbol und Lieblingsstück des umweltfreundlichen, stil- und gesundheitsbewussten Stadtbewohners.

Das haben auch zahlreiche Unternehmen erkannt und werben mit ihren Hightech-Produkten um die Gunst der Radler. So reicht die Bandbreite von besonders schicken Fahrradlichtern über intelligente Schlösser, die dank Internetverbindung Diebe in die Flucht schlagen sollen, bis hin zu Umrüstkits, die aus jedem Fahrrad im Handumdrehen ein E-Bike machen.

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400.000 Dollar für Smart-Bike-KonzeptJetzt hat ein deutsches Unternehmen ein System entwickelt (wir berichteten hier), das das Fahrrad komplett digital vernetzt, den Drahtesel sozusagen zum "Smart-Bike" macht.

Mit seinem Konzept eines smarten Fahrrads hat das Unternehmen iCradle um den Frankfurter Andreas Gahler damit scheinbar die Wünsche zahlreicher Radler weltweit erraten – die Kickstarterkampagne zu Cobi, wie das smarte System heißt, wurde ein Hit.

Innerhalb eines knappen Monats hatte das Team mehr als 400.000 US-Dollar (rund 339.000 Euro) eingesammelt, mehr als das Vierfache der ursprünglichen Zielsumme von 100.000 US-Dollar (rund 84.700 Euro). Nach eigenen Angaben ist Cobi damit eine der erfolgreichsten Bike-Tech-Kampagnen auf Kickstarter jemals, außerdem ist es das dritterfolgreichste deutsche Projekt, das bisher auf Kickstarter um Investoren geworben hat.



Gleichzeitig wurde das Unternehmen für unterschiedliche Preise nominiert, unter anderem ist Cobi nun Finalist beim Wearable Technologies Innovation World Cup, einem der führenden Auszeichnungen, wenn es um tragbare Technologien geht (sogenannte Wearables).

Bremslichtfunktion integriertHerzstück von Cobi ist eine Smartphonehalterung, die am Lenker montiert ist. Von hier aus kann der Fahrer zahlreiche Infos, wie Geschwindigkeit, aktuelle Wettervorhersage oder die Anweisungen eines Navigationssystem von seinem Smartphonedisplay ablesen. Dieses verschwindet hinter einer transparenten Plastikabdeckung und ist dort vor Regen und Dreck geschützt. An der Vorderseite der Halterung befindet sich außerdem ein kreisrundes, weißes Licht. Dieses soll automatisch die Umgebungshelligkeit erkennen und so zu jeder Zeit eine optimale Ausleuchtung der Fahrstrecke gewährleisten.

Außerdem gehört zum Lieferumfang ein Rücklicht, das kabellos mit der Smartphonehalterung kommuniziert und eine kleine Daumensteuerung für den Lenker, über die der Fahrer sein Smartphone mittels einfacher Bewegungen seines Daumens steuern kann.

Das Rücklicht des Cobi beherbergt eine Bremslichtfunktion, gleichzeitig kann es mit Blinklichtern einen Richtungswechsel des Fahrers anzeigen.

Daneben soll Cobi mit zahlreichen anderen Sensoren und Anwendungen kommunizieren können. So ist die Erweiterung um einen Herzfrequenzsensor oder einen Trittfrequenzmesser kein Problem. Auch soll die Einbindung von Tracking-Apps fürs Bike wie Strava soll kein Problem sein.

Mehr als 100 Funktionen möglichAuch könne der Fahrer mittels Daumendruck seine Lieblingsplaylist abspielen oder Kontakte anrufen. Eine integrierte Klingel sorgt für Sicherheit im dichten Straßenverkehr, hier stehen mehrere "Klingeltöne" zur Auswahl.

Neben diesen ganzen Funktionen, die die Fahrradfahrt "smarter" machen sollen, beherbergt Cobi einen integrierten Akku mit 6.000 mAh um auch bei längeren Touren Licht und Smartphone mit ausreichend Energie zu versorgen. Einmal abgestellt, fungiert der integrierte Bewegungssensor als Alarmanlage und sendet eine Nachricht an den Besitzer, sollten Diebe das Fahrrad von seinem Abstellplatz entfernen.

Wer ein E-Bike mit Antriebstechnik von Bosch besitzt, soll außerdem das Cobi direkt in das Bedienkonzept und die Stromversorgung des E-Bikes integrieren können.

Nach dem riesigen Erfolg der Crowdfundingkampagne wollen Gahler und sein Team nun auch Länder wie die Schweiz oder Singapur beliefern, die bisher nicht zum Zielmarkt Cobis's gehörten. Außerdem soll die Kompatibilität um mehr Smartphonemodelle erweitert werden. Ursprünglich sollten vorerst nur alle iPhones ab dem Modell 5 und aktuelle Samsung Modelle (S4 und S5) sowie das Google Nexus 5 mit der Smartphonehalterung kompatibel sein.

Jetzt gehen Gahler und sein Team in die finale Entwicklung von Cobi, um schon im Sommer die ersten Modelle ausliefern zu können. Die günstigste Version des Systems soll dabei bei rund 150 Euro liegen.

Hier noch ein Video zu Cobi:

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