Solar 2013: Die zehn spannendsten Innovationen bisher

Solar 2013: Die zehn spannendsten Innovationen bisher

von Benjamin Reuter

Teuer, aufwendig, wenig innovativ. Das wird der Solartechnik oft vorgeworfen. Diese Innovationen beweisen das Gegenteil.

Am 19. Juni startet in München die Messe Intersolar auf der die spannendsten neuen Technologien im Bereich der Sonnenenergie vorgestellt werden. Wir bei WiWo Green haben jetzt schon mal ins Archiv geschaut und die besten Solarinnovationen der ersten fünf Monate des Jahres 2013 rausgesucht. Dabei zeigt sich: Vor allem Startups sind im Bereich der Solartechnik extrem innovativ und arbeiten daran, Solarzellen günstiger zu machen und die Produktion zu vereinfachen.

Sicher, bis diese Innovation auf dem Markt sind, wird noch eine Weile vergehen - manche werden vielleicht nie marktreif werden. Sicher ist aber auch: In den kommenden Jahren erwarten uns Technologiesprünge, die Solarenergie konkurrenzfähig zu anderen Energieträgern wie Kohle und Gas machen werden. Das stellte auch die Deutsche Bank in einem kürzlich veröffentlichten Report fest.

Anzeige

Hier nun also die,  unserer Meinung nach, spannendsten Innovationen 2013:

1. Weltrekord beim Wirkungsgrad

Das Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat die leistungsfähigste Solarzelle der Welt entwickelt. Die ISE-Zelle erreicht einen Wirkungsgrad von 43,6 Prozent. Die Technik ist vor allem für Wüstenregionen geeignet.

2. Kommen Zellen bald aus dem Drucker?

Nach fünfjähriger Forschungsarbeit hat das Victorian Organic Solar Cell Consortium die wohl größte Zelle der Welt vorgestellt, die in einem 3D-Druckverfahren hergestellt wurde. Der eigens für die Herstellung von organischen Solarzellen entwickelte Drucker kostete 200.000 Australische Dollar (rund 150.000 Euro). Künftig soll die Technik aber so günstig werden, dass wir sie uns ins Wohnzimmer stellen können.

3. Löst stromerzeugender Lack bald Module ab?

Das australische Solar-Startup Dyesol arbeitet seit Jahren an so genannten Farbstoffsolarzellen.  Das Unternehmen will die neuartigen Zellen, die sich in nahezu jeder Farbe herstellen lassen, als hauchdünne Schicht auf Fassaden aus Stahl drucken oder sogar durchsichtig auf Glasscheiben auftragen.

4. Stromerzeugende Pflanzen könnten Solarzellen der Zukunft sein

Forschern der University of Georgia ist es gelungen, Elektronen einzufangen, die das Blattgrün bei Beschuss mit Lichtteilchen (Photonen) bildet. Normalerweise setzen die Pflanzen Elektronen postwendend zur Zuckerherstellung ein. Gelingt es, die Elektronen im großen Stil abzuzweigen, hätte die Menschheit das effektivste Solarkraftwerk überhaupt: die Natur.

5. US-Ehepaar baut Straßen aus Sonnenenergiemodulen

Die Brusaws entwickeln mit ihrem Startup Solar Roadways Straßen aus Solarmodulen, die Strom erzeugen und ins Netz einspeisen, die beheizbar sind und LEDs als Markierung nutzen. Ein erstes Pilotprojekt gibt es schon.

6. Solaranlagen werden zu Alleskönnern

Ein Multitalent der Solartechnik wird derzeit in der Schweiz bei IBM Research Zürich entwickelt. Das System kann Strom erzeugen, Klimakälte produzieren und Meerwasser entsalzen. Zudem lassen sich die Solarzellen angeblich so kostengünstig herstellen, dass eine Kilowattstunde weniger als acht Cent kostet. Zum Vergleich: Strom aus der Steckdose ist in Deutschland derzeit mindestens dreimal so teuer.

7. Braunschweiger Startup verbilligt Zellen - mit Silizium aus der Mikrowelle

Solarzellen produzieren mehr als 20 Jahre lang Strom – allerdings verbringen sie die ersten vier Jahre allein damit, die Menge an Strom zu erzeugen, die bei Ihrer Herstellung verbraucht wird. JPM Silicon aus Braunschweig will deshalb den Energieverbrauch in der Produktion senken.

8. Schweizer Startup baut biegbare Solarmodule

Seit Jahren arbeiten Unternehmen an der nächsten Generation Solarzellen, die nicht mehr nur auf Hausdächern, sondern auch angebracht auf Fassaden und Autos Strom gewinnen können. Jetzt kann eines dieser Unternehmen loslegen und seine innovativen flexiblen Solarzellen im industriellen Maßstab bauen: nämlich Flisom, ein Spin-Off der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich.

9. Neuartige Folie soll Wirkungsgrad entscheidend erhöhen

Alfred Jost, CEO des Fotovoltaikunternehmens Solar Bankers aus Gilbert in Arizona, will die deutsche Solarindustrie wiederbeleben. Gelingen soll das mit Zellen, die einen Wirkungsgrad von bis zu 28 Prozent haben. Die deutliche Verbesserung schafft Jost durch eine 30- bis 50-fache Konzentration des Sonnenlichts mittels einer Folie.

10. US-Startup will Sonnenenergie so billig wie Kohlestrom machen

Das US-Startup V3Solar will herkömmliche Solarzellen auf eine Art drehende Pyramide schrauben. „Spin Cell“, nennt das Unternehmen seine Technologie. Berechnet hat das Unternehmen die Stromkosten der Innovation auch schon: 8 US-Cent pro Kilowattstunde. Damit würde Solarenergie mit Kohlestrom gleichziehen.

 

 

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%