Solar-Bürgersteige: Walking on Sunshine

Solar-Bürgersteige: Walking on Sunshine

von Felix Ehrenfried

Solarpanels auf Wiesen und Dächern? Langweilig, dachten sich US-Studenten - und pflasterten Fußwege ihres Campus damit zu.

"Solarstrom auf Freiflächen ist tot" - so prophezeite der Geschäftsführer eines deutschen Finanzdienstleister im Gespräch mit WiWo Green die Zukunft der Sonnenenergie. Denn Einspeisevergütungen und damit auch die Renditen sinken seit Jahren.

Heute geht es zunehmend darum, Solarpanels in bestehende Infrastrukturen einzubinden. Statt riesige Solarparks auf leeren Flächen aufzustellen, forschen Experten an neuen Möglichkeiten, Solarzellen einfach an Häusern, Autos oder auch Smartphones anzubringen.

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So präsentierte der Elektronikkonzern Sharp vor einiger Zeit ein Fenster, dass Sonnenstrom erzeugen kann, in Australien wird an einem Lack geforscht, der Solarzellen ablösen könnte und auch bei Apple suchte man jüngst nach Experten, die iPad und Co mit Solarpanels versorgen sollen.

Das war Studenten der US-amerikanischen George Washington University offenbar noch nicht genug - sie erforschen gerade einen neuen Ansatz, der durchaus Potential hat. Auf ihrem Campus ersetzten sie Steine der Fußwege durch ein grauglänzendes Material, hinter dem sich Solarzellen verstecken.

Strom für StraßenlaternenNun sind rund 10 Quadratmeter der Bürgersteige Stromerzeuger. Entwickelt haben die Studenten des Solarinstituts der Uni die Module gemeinsam mit einem Team von Studio39 Landscape Architecture, hergestellt wurden sie beim spanischen Solarmodulspezialisten Onyx Solar. Die 27 Module sollen äußerst robust sein und dem Verschleiß durch tausende Fußgänger standhalten. In der Spitze erzeugt der "solarisierte Fußweg", wie ihn die Studenten nennen, rund 400 Watt, mit denen bei Nacht durch 450 LEDs der Fußweg beleuchtet wird.

Über die Kosten schweigen sich die Studenten zwar aus. Sollten sie aber gering sein und sich die Panels als robust genug für den Alltagseinsatz erweisen, könnten sie auch ohne weiteres in großen Städten eingesetzt werden.

Sie lassen sich relativ leicht verlegen und benötigen keine neue Infrastruktur, da sie an bestehende unterirdische Kabelnetze angeschlossen werden können. Vielleicht gibt es so bald auch in deutschen Städten Sonnenstrom direkt aus der Straße.

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