SolarAid: Solarlampen für 10 Millionen Menschen installiert

SolarAid: Solarlampen für 10 Millionen Menschen installiert

von Jonas Gerding

Ein britischer Sozialunternehmer hat einen tollkühnen Plan: Er will Afrika bis 2020 von schädlichen Kersoninlampen befreien. 10 Millionen Menschen hat er bereits erreicht.

Selten sind es die guten Ideen, an denen es Sozialunternehmen mangelt. An viel zu vielen Orten dieser Welt leiden Mensch und Natur. Schnell finden sich Ansätze, die Probleme anzugehen und auch das nötige Startkapital lässt sich häufig auftreiben. Nur: Wenn einstige Unterstützer ihre Aufmerksamkeit auf die neuen, mitunter nicht weniger guten Ideen anderer richten, dann versanden viele Projekte.

Ganz anders ergeht es SolarAid und ihren Partnerunternehmen (wir berichteten). Das vergangene Jahr sei ihr bislang erfolgreichstes gewesen, verkünden sie nun. Denn sie haben eine beachtliche Hürde genommen: Zehn Millionen Menschen in Afrika nutzen heute Solarlampen, die sich durch das SolarAid-Engagement in den Entwicklungsländern verbreitet haben.

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Die britische Organisation zeigt, dass es mit einer Mischung aus karitativem und wirtschaftlichem Denken, mit simplen Produkten und geschicktem Marketing möglich ist, auch im großen Rahmen Menschen dabei zu helfen, Armut zu lindern.

1,3 Milliarden Menschen auf der Erde fehlt es an elektrischem Licht. Nach Einbruch der Dunkelheit zünden sie meist Petroleum-Lampen an, um zu kochen, zu arbeiten, zu lernen oder sich zurechtzufinden in den eigenen vier Wänden.

So entwickeln sich Rußpartikel und Gase. Sie sind gesundheitsschädlich und belasten das Klima. Obendrein kommen die Lampen die ohnehin armen Menschen auch noch teuer zu stehen: Allein in Afrika werden jährlich zwischen elf und 15 Milliarden Dollar für den Kauf des Brennstoffs ausgegeben.

Ein Öko-Pionier mit unternehmerischer Vision Gründer mit Sinn fürs Geschäft und Soziale: Jeremy Leggett (Copyright: Wikimedia Commons/TrueEfficiency)[/caption]

Der Verkauf ist ihnen wichtig. Denn sie wollen auch ein Geschäftsmodell entwickeln und nicht vollständig von Spenden oder den staatlichen Entwicklungsgeldern und Unterstützern internationaler Organisationen abhängig sein.

Indirekt spielt der Gedanke des Spendens allerdings weiter eine Rolle. Kauft beispielsweise ein Europäer für ein Outdoorevent eine der Lampen im Onlineshop, zahlt er je nach Modell zwischen 20 und 55 Euro. Jedes Mal fließen dabei etwa 14 Euro in die Verbreitung der Lampen in Regionen, wo sie Menschen wirklich nötig haben.

So geht SolarAid auf die niedrigere Zahlungsfähigkeit vor Ort ein und bietet die Lampen dort wesentlich günstiger an. Oder hilft, auf anderem Wege den Kauf zu finanzieren - beispielsweise mittels Mikrofinanzkrediten.

In Tansania kostet eine der Lampen etwa sechs Dollar und spendet zwischen vier und 30 Stunden Licht. Das ist viel Geld für die Menschen dort. Aber innerhalb von ein bis zwei Monaten seien die Kosten der Anschaffung ausgeglichen, erklärt SolarAid. Denn pro Haushalt würde im Schnitt 20 Prozent des Einkommens für den Erwerb von Petroleum verwendet.

"Mein Geschäft boomt, weil ich das Geld, das ich früher für Kerosin ausgegeben habe, heute nutze, um meinen Computer auszustatten und mein Handy aufzuladen, um mit meinen Kunden zu kommunizieren", zitiert SolarAid den Unternehmer Gilbert Mwalwanda.

Das Potenzial der Solarenergie auf dem afrikanischen Kontinent ist gigantisch. Und schon heute ist die Verbreitung Teil einer faszinierenden Entwicklung. Denn die Energieversorgung in den Ländern wächst rasant - allerdings oft Off-Grid, also unabhängig vom bestehenden Stromnetz.

Es sind kleine Anlagen, meist mit Photovoltaik betrieben, die Haushalte mit Strom versorgen. Diese dezentralen Netze sind das Gegenteil des Energiesystems, das in Ländern wie Deutschland gerade ins Wanken gerät. Große Anlagen, meist klimaschädliche Kohlekraftwerke oder problematische Atommeiler, haben hierzulande über Jahrzehnte ihre Energie in hochkomplexe Netze eingespeist.

Deshalb sind jene Off-Grid-Lösungen eine Chance für viele Entwicklungsländer, ihre Stromversorgung auszubauen, ohne sich mit den Problemen der Industrienationen zu belasten. [nggallery id=40]

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