Solarenergie: Sie boomt und boomt und boomt (nur nicht mehr in Deutschland)

Solarenergie: Sie boomt und boomt und boomt (nur nicht mehr in Deutschland)

von Benjamin Reuter

In Deutschland bricht die Nachfrage für Solaranlagen derzeit drastisch ein – doch weltweit explodiert sie.

In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden in Deutschland im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum nur noch halb so viele Solaranlagen neu installiert. Gegenüber dem Jahr 2012 brach laut dem Bundesverband Solarwirtschaft der Frühjahrsmarkt sogar um annähernd 75 Prozentpunkte ein. Als Grund für den drastischen Abfall sieht der Verband die Unsicherheiten für Anlagenbauer wegen der anstehenden EEG-Reform.

Aber Deutschland ist aktuell äußerst untypisch für die weltweite Entwicklung der Solarenergie. Das zeigen die Zahlen des Branchendienstes NPD Solarbuzz vom April.

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Demnach zog die Nachfrage nach Solarkraftwerken im ersten Quartal 2014 stark an, so dass global Anlagen mit neun Gigawatt Leistung neu installiert wurden. Im vergangenen Jahr waren es 35 Prozent weniger. Der Nachfrageschub kam vor allem aus Japan und Großbritannien.

In diesem Jahr könnten weltweit Solaranlagen mit einer Leistung von knapp 50 Gigawatt installiert werden, schätzen die Solarbuzz-Experten. Zum Vergleich: In Deutschland sind derzeit rund 1,4 Millionen Anlagen mit rund 36 Gigawatt Leistung am Netz.

Diese Grafik von Solarbuzz zeigt die Entwicklung der weltweiten Nachfrage nach Solaranlagen:

Vor allem, wenn man die Entwicklung der Photovoltaik in Deutschland mit der im Rest der Welt in eine Grafik packt, werden die unterschiedlichen Trends deutlich (Entwicklung in Deutschland dargestellt in roten Balken).

Solaranlagen, die derzeit in Deutschland ans Netz gehen, bringen dem Besitzer je nach Anlagengröße und -bauart durch die EEG-Umlage zwischen 9,19 und 13,28 Cent pro Kilowattstunde für die kommenden 20 Jahre ein. 2013 lieferten Solaranlagen knapp sechs Prozent des deutschen Stroms.

Eine Kilowattstunde Sonnenenergie, die aktuell ins deutsche Stromnetz fließt, kostet wegen der teuren Altanlagen durchschnittlich etwas mehr als 30 Cent (Zahlen aus dem jüngsten Solarreport des Fraunhofer-ISE-Institutes).

Das Fazit also: Deutschland hat den Solarboom mit viel Unterstützung angeschoben und damit durchaus teuer erkauft – jetzt geht er zu einem Bruchteil der Kosten in anderen Teilen der Welt weiter.

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