Solarrucksack von Sunload: Das tragbare Kraftwerk im Test

Solarrucksack von Sunload: Das tragbare Kraftwerk im Test

von Jennifer Garic

Mit einem Solarrucksack hat man unterwegs immer Strom dabei - wenn er funktioniert. Wir haben den Test gemacht.

Das Handy zeigt 15 Prozent an - lange hält der Akku nicht mehr. Dabei ist die nächste Steckdose unerreichbar - ein modernes Horrorszenario, vor allem, wenn man unterwegs ist und eine Navigation doch ganz gut gebrauchen könnte. Tragbare Solarmodule sollen diese Angst nehmen und auch unterwegs für Strom sorgen - zumindest, wenn die Sonne scheint. Der Solarrucksack ist dabei eine naheliegende Idee. Er hat vorne ein Solarpanel aufegenäht, mit dem man das Smartphone wieder laden kann. Wie gut das funktioniert? Wir haben uns den Rucksack "Enerplex" einmal genau angeschaut:

Bei ausreichend Sonnenschein genug Energie über ein Solarpanel sammeln, um das Handy bis zu zweimal voll aufzuladen – das verspricht der Solarrucksack der deutschen Firma Sunload. Auf langen Touren sehr praktisch, weil man das Handy oder Navigationsgerät jederzeit und während der Tour aufladen kann. Und wenn der mitgelieferte portable Akku leer ist, kann man auch ihn für den Abend wieder aufladen - ganz bequem während der Fahrt oder Wanderung.

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Für meinen Test habe ich den Rucksack - an einem wolkenlosen Tag - zu zwei Spaziergängen mitgenommen. Einmal am Waldrand und einmal durch die Stadt. Insgesamt war ich rund fünf Stunden mit dem sogenannten Enerplex auf dem Rücken unterwegs. Diese Zeit soll laut Hersteller ausreichen, um Kleingeräte wie Handys zu laden.

Damit ich später sehen konnte, wie viel Energie das Solarpanel produziert hat, habe ich die ganze Zeit den mitgelieferten Akku im Inneren des Rucksacks angeschlossen. Im Lieferumfang des Akkus sind zahlreiche Adapter dabei, sodass sich alle gängigen Smartphones und andere Geräte, die über USB laden, anschließen lassen.

Ich habe aber vorerst nur den Akku angeschlossen und mir zuerst die Leistung des Solarpanels angeschaut. Wenn das Panel an der Rucksackvorderseite direkt im rechten Winkel zur Sonneneinstrahlung steht, erreicht das Panel seine Maximalleistung von 3,5 Watt. Aber leider auch nur unter diesen Bedingungen.

Um es der Solarzelle etwas schwieriger zu machen, habe ich mich auch in ein Café gesetzt - allerdings darauf geachtet, dass der Rucksack so gut wie möglich platziert ist. Auch hier läuft die Aufladung sehr schnell. Wer also weiß, dass er auf seiner Tour den Rucksack nach der Sonne ausrichten kann, darf mit einer vergleichsweisehohen Effizienz rechnen.

In der Werbung sieht das dann so aus:

Wechselndes Licht- und Schattenspiel, etwa in der Stadt oder unter Bäumen, macht es dem Solarpanel hingegen schwer, ausreichend Energie zu produzieren. Wenn ich also kurze Pausen hatte, habe ich immer versucht, mich mit dem Rücken zur Sonne zu stellen - etwa an Ampeln. Gelingt das, liegt die Leistung des Panels immer noch bei etwa drei Watt.

Im Schatten enttäuschendNach fünf Teststunden zeigte der Akku trotzdem nur zwei von fünf Balken an. Für eine volle Aufladung reicht das bei einem gängigen Smartphone wie etwa dem Samsung Galaxy S4 mini bei Weitem nicht: Ich habe es im angeschalteten Zustand nur um weitere 15 Prozent aufladen können.

An bewölkten Tagen dürfte es dem Solarpanel schwer fallen, selbst bei besten Bedinungen genug Energie für eine komplette Handyaufladung zu produzieren. Dann taugt der Rucksack bestenfalls als Ergänzung zur Powerbank oder für Naturfreunde, die das Handy ohnehin nur für einige Minuten anschalten.

Fazit: Auf einer gut geplanten Sommertour kann ein Solarrucksack zum sinnvollen Begleiter werden - wenn man ohnehin nicht zu viel Strom braucht. Im alltäglichen Einsatz, in Großstadtschluchten oder im Herbst reicht es aber noch nicht zum mobilen Kraftwerk, das den Träger energieautark macht.

Leicht, robust und nicht ganz billig

Der Rucksack an sich ist übrigens mehr als bloße Dekoration: Er bietet genug Platz für Proviant und anderes Equipment, um bei kürzeren Ausflügen hilftreich zu sein. Da das Solarpanel selbst flexibel ist, nimmt es auch keinen Schaden, wenn der Rucksack etwas voller bepackt wird und sich dadurch wölbt.

Der Rucksack ist trotz Panel und Akku leicht und wiegt etwa ein Kilogramm. Das Rückenstück und die Schultergurte sind zudem gepolstert und der Rucksack lässt sich bequem tragen. Das Design ist schlicht schwarz gehalten und ist mit grünen und orangenen Reisverschlüssen und Nähten zu haben.

Mit dem Akku der Firma Sunload gibt den Rucksack für 239 Euro zu kaufen. Wer auf den Akku verzichten möchte und sein Kleingerät direkt an das Panel anschließen möchte, zahlt nur 99 bzw. 119 Euro für die Business-Variante. Ähnliche Modelle gibt es natürlich von unterschiedlichen Anbietern in allen möglichen Ausführungen und Preisklassen.

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