Solarstrom speichern: Anbieter liefern sich Kostenkampf bei Kellerakkus

Solarstrom speichern: Anbieter liefern sich Kostenkampf bei Kellerakkus

von Wolfgang Kempkens

Solarstrom speichern wird immer beliebter. Aktuell konkurrieren verschiedene Systeme um Käufer - wir haben zwei verglichen.

Die Strompreise in Deutschland sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Inzwischen muss ein dreiköpfiger Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden durchschnittlich rund 1022 Euro im Jahr für Strom zahlen.

Kein Wunder, dass immer mehr Hausbesitzer ihren eigenen, günstigen Solarstrom auf dem Dach produzieren. Denn der kostet über 20 Jahre gerechnet aus einer neuen Solaranlage meist nur noch rund 13 Cent pro Kilowattstunde. Aus der Steckdose vom Versorger kommend steht die Kilowattstunde mit rund 29 Cent auf der Rechnung.

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Diese Preisschere hat dazu geführt, dass nun auch Kellerbatterien immer attraktiver werden, die den Solarstrom speichern. So kann nicht nur mittags die Waschmaschine mit Ökostrom laufen, sondern auch der Fernseher zur Tatortzeit. Kein Wunder, dass immer mehr Anbieter von Kellerbatterien um Kunden werben.

Einer davon ist Torsten Johnson, Geschäftsführer des Itzehoer Unternehmens Eva Technology. Mit 13 Cent pro Kilowattstunde sei privat gespeicherter Solarstrom vom Dach rund 50 Prozent billiger als der, der aus der Steckdose kommt, rechnet er vor. Das ist allerdings nur bei einer schon abbezahlten Solaranlage der Fall.

Kampf der SystemeDas Kostenkunststück soll mit einer Lithium-Ionen-Eisen-Mangan-Phosphat-Batterie gelingen, die das Unternehmen anbietet. Mit Power Reload, so die Bezeichnung des Systems, fühlt sich das Unternehmen preislich zumindest auf gleicher Höhe wie das Leipziger Unternehmen Deutsche Energieversorgung, das seine Speicherlösung Senec.Home als aktuell günstigsten verfügbaren Puffer anpreist.

Die Sachsen setzen im Gegensatz zu Eva Technologies auf konventionelle Bleiakkus, die deutlich preisgünstiger sind als die anspruchsvolleren Lithium-Ionen-Batterien, die heute zum Beispiel in Elektroautos stecken. Außerdem gehen sie von einer 13- bis 15-jährigen Lebensdauer aus. Allerdings: Viele Experten halten diesen Wert bei Bleiakkus für unerreichbar.

Bei den Investitionskosten liegen beide Anbieter in etwa auf gleichem Niveau. Der Endverbraucher muss für beide Speichersysteme gut 10.000 Euro bezahlen, wobei die Installationskosten bei Senec.Home noch hinzukommen. Mit nutzbaren acht Kilowattstunden Strom liefert der Speicher aus Leipzig allerdings mehr als der aus Itzehoe, der nur auf 5,12 Kilowattstunden kommt.

„Das Power-Reload-System ist derzeit das günstigste Lithium-Ionen-Speichersystem am Markt“, sagt Johnson. Hersteller der Batterien ist GB Systems, ein Spezialist für Lithium-Ionen-Technik im südostchinesischen Yuyao. Die Lebensdauer soll bei rund 13 Jahren liegen, was möglicherweise auch zu hoch gegriffen ist. Garantiert sind, wie bei den meisten anderen Herstellern, nur sieben Jahre.

Steckdosenstrom kommt aus der ModeMan sieht: Ob sich so ein Kellerakku wirklich rechnet, ist durchaus ungewiss. Denn je niedriger seine Lebensdauer, umso höher steigen die Kosten für jede gespeicherte Kilowattstunde. Je nach Akku und Art der Finanzierung sind derzeit für ein Einfamilienhaus Kosten zwischen 24 und 28 Cent für eine Kombination aus Solaranlage und Akku pro Kilowattstunde möglich. Eine kleine Ersparnis gegenüber dem Steckdosenstrom ist das immerhin. Aber selbst mit Akku muss noch rund ein Drittel des Stroms vom Versorger aus der Steckdose kommen.

Der Power Reload erfüllt immerhin die Voraussetzung für eine staatliche Förderung, etwa durch zinsgünstige Kredite der KfW-Bankengruppe. Die lange Lebensdauer soll ein von Eva Technology entwickeltes intelligentes Management der Lade- und Entladevorgänge garantieren.

Wer seine großen Stromverbraucher wie Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine nur dann laufen lässt, wenn genügend Solarstrom vom Dach kommt, kann mit einem Kellerakku sogar auf deutlich mehr als 70 Prozent Eigenverbrauch kommen. Und der wird immer attraktiver, je mehr die Kosten für die Heimbatterien fallen.

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