Solarzellen: Essbare Antenne soll Effizienz steigern

Solarzellen: Essbare Antenne soll Effizienz steigern

von Angela Schmid

Mit einer neuartigen Beschichtung, die wie eine Antenne funktioniert, wollen Forscher mehr Lichtwellen in Strom verwandeln.

Nicht lecker, aber funktional. Amerikanische Forscher haben eine Antenne aus biologischen Materialien entwickelt, die der Sonnenenergie in den USA  zu neuem Schwung verhelfen könnte.

Rein theoretisch ist sie sogar essbar. Wobei der Begriff "Antenne" irreführend ist, handelt es sich doch um einen Film, der aber ähnlich einer Antenne Strahlung einfängt. Wie das funktioniert, haben Wissenschaftler von der Universität von Connecticut gestern auf der 250. National Meeting & Exposition der American Chemical Society (ACS) – der weltweit größten wissenschaftlichen Gesellschaft – in Boston erklärt.

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Sonnenstrahlen bestehen aus unterschiedlich langen Wellen. Je mehr dieser Wellen genutzt werden können, umso höher ist die Ausbeute der Solarplatte. Siliziumzellen können den blauen Teil der Strahlung aber kaum in Strom umwandeln - anders als die neue Antenne.

Diese fängt die entsprechenden Photonen ein, die nur eine geringe Energie mitbringen, und wandelt diese selbst in Strom um. So entsteht quasi eine Solarzelle auf der Solarzelle.

Noch keine konkreten Zahlen

Um wieviel Prozent sich der Wirkungsgrad dadurch erhöhen könnte, haben die Wissenschaftler noch nicht verraten. Zuerst steht noch die Erprobungsphase mit einem Unternehmen an. Unter Laborbedingungen könnte sich die Effizienz je nach Anlage verdoppeln, sagen die Forscher.

Der dünne Film, der auf die Oberseite einer Solarzelle aufgetragen werden kann, soll sich zudem leicht herstellen lassen: Nach Angaben der Wissenschaftler handle es sich um einfache Chemie, die auch in der Küche oder in einem abgelegenen Dorf reproduziert werden kann. Deshalb dürfte der Preis einer solchen Beschichtung recht gering bleiben.

Das wiederum ist vor allem für den US-Markt ein wichtiges Argument. Während Sonnenkollektoren in Deutschland völlig normal sind, bleiben sie in den USA bislang ein seltener Anblick. Die Kosten von Solar sind im Vergleich zu Öl und Gas noch zu hoch. Viele Hausbesitzer scheuen auch die Rechnerei, ob sich die Anlage lohnt - ein Problem, das Google nun mit einem Dach-Rechner lösen will.

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