Sonnen-Speicher: Deutsches Unternehmen liefert eigene Powerwall - vor Tesla

Sonnen-Speicher: Deutsches Unternehmen liefert eigene Powerwall - vor Tesla

von Wolfgang Kempkens

"Sonnen" aus Deutschland will in den USA ein führender Stromspeicher-Hersteller werden - und liefert vor Tesla aus.

Ein junges Unternehmen aus dem Oberallgäu hat dem mächtigen und weltweit bekannten Tesla- und Space-X-Gründer Elon Musk das Wasser abgegraben. Obwohl Musk die Auslieferung seiner Sonnenbatterie "Powerwall" bereits für den vergangenen Sommer verkündet hatte, ist ihm jetzt das Wildpoldsrieder Unternehmen Sonnen (früher SonnenBatterie) zuvorgekommen.

Es liefert derzeit die ersten seiner Speicher für Solarstrom, die eine Kapazität von vier Kilowattstunden haben, an amerikanische Endkunden aus. (Tesla beliefert lediglich Pilotkunden.) "Wir arbeiten derzeit die ersten 1000 Bestellungen ab", sagt Sonnen-Mitarbeiter Mathias Bloch.

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Produziert werden die Batterien in einer neuen Produktionsstätte im kalifornischen San Jose. Mit einem Preis von 9900 US-Dollar ist die Sonnenbatterie bei weitem teurer als die des Konkurrenten Tesla. Musk hatte einen Verkaufspreis von 3500 US-Dollar genannt. Das, so mutmaßt das Sonnen-Management, könnte allerdings ein Großhandelspreis sein.

Abgesehen davon liefert Tesla nur den Speicher selbst, während es bei Sonnen ein Modul gibt, das alle benötigten Systeme enthält und nur noch mit den Stromerzeugern, der Hausstromversorgung und gegebenenfalls mit dem öffentlichen Netz verbunden werden muss. So ist ein Wechselrichter nötig, der den Gleichstrom, den Solarzellen und Windanlagen liefern, in Wechselstrom mit der in den USA üblichen Frequenz von 60 Hertz umwandelt.

Außerdem ist ein Energiemanager nötig, der den Strom aus erneuerbaren Energien sinnvoll verteilt. Der Computer ist so programmiert, dass der selbst erzeugte Strom in erster Linie im eigenen Haus verbraucht wird. Bleibt Energie übrig leitet der Manager sie in die Pufferbatterie. Wenn sie voll ist und immer noch Überschussstrom produziert wird speist er ihn ins Netz ein oder schaltet einen Heizstab zu, der Wasser zum Duschen erwärmt. All das muss der Installateur zusätzlich an die Tesla-Batterie Batterie anschließen.

Sonnen erwartet eine anhaltend hohe Nachfrage nach seinen Batterien in den USA. Musk sind die Deutschen keineswegs böse. Mit seinen Ankündigungen habe er das Interesse der US-Bevölkerung geweckt. Davon profitiere jetzt Sonnen.

Mit dem frühen Markteintritt "verschaffen wir uns eine gute Ausgangsposition, um langfristig zu den führenden Anbietern in den USA zu gehören", sagt Philipp Schröder, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Sonnen. Er verspricht, dass die Batterie 10.000 Ladezyklen übersteht. Wenn sie also täglich – zumindest teilweise – geladen und entleert wird, was zwei Ladezyklen ausmacht, hält sie fast 15 Jahre. Was allerdings noch bewiesen werden muss.

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