Statt Dieselloks: Niedersachsen bekommt Wasserstoff-Züge

Statt Dieselloks: Niedersachsen bekommt Wasserstoff-Züge

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Gerade im Nahverkehr gibt es noch Strecken ohne Oberleitungen - Wasserstoff-Züge könnten hier Dieselloks ersetzen.

von Angela Schmid

Ab 2018 sollen Wasserstoff-Züge die Strecken übernehmen, die bislang nicht ans Stromnetz angeschlossen sind. Das Verkehrsministerium erhofft sich davon einiges.

Zughersteller Alstom will in Deutschland ab 2018 auf Wasserstoff setzen. "Unsere Züge werden die weltweit ersten mit Brennstoffzellentechnik für den regulären Fahrgastbetrieb sein", verspricht Henri Poupart-Lafarge, President von Alstom Transport. Schon diesen September will der französische Konzern seine Null-Emissions-Züge auf der InnoTrans, der Leitmesse für Verkehrstechnik, vorstellen.

2018 sollen dann die ersten Züge mit Brennstoffzellenantrieb fahren. Zuerst in Niedersachsen. Bis Ende 2021 folgen weitere für Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. "Ein immenses Potenzial für nachhaltige Mobilität", sieht der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies in dem Projekt.

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Im Unterschied zum herkömmlichen Verbrennungsmotor wandelt die Brennstoffzelle chemische Energie direkt in elektrische Energie um. Alstom verwendet dafür eine Brennstoffzelle, deren Funktionsweise sich bereits in der Bus- und Automobilindustrie bewährt hat. Damit wird der geplante Regionalzug nicht nur emissionsfrei fahren, der Lärmpegel gegenüber konventionellen Dieseltriebwagen wird zudem drastisch reduziert. Besonders effizient wird der Zug durch einen Energiespeicher, der von einem intelligenten Energiemanagementsystem gesteuert wird.

Viel verrät Alstom zurzeit noch nicht. Nur, dass die Züge bei der Reichweite mit den Diesel-Kollegen mithalten, die im Regionalverkehr zwischen 800 und 1000 Kilometer weit kommen. Die Fahrzeuge selbst kommen aus dem Alstom-Werk im niedersächsischen Salzgitter. Und das Interesse an ihnen ist groß: Mehr als 60 Züge sollen bis 2021 ausgeliefert werden.

Das Ende der Dieselloks beginnt

Das Bundesverkehrsministerium fördert das Projekt zunächst mit acht Millionen Euro. Gegenüber Dieseltriebwagen, die auf den nicht elektrifizierten Strecken im Regionalverkehr zum Einsatz kommen, sei der Antrieb per Brennstoffzelle energieeffizienter und kostengünstiger, argumentiert das Ministerium. Außerdem müssen keine Oberleitungen gebaut werden. "Wenn es gelingt, den Nachweis der Alltags- und Einsatztauglichkeit der Technologie zu erbringen, haben wir eine echte emissionsfreie Antriebs-Alternative", sagt Staatssekretär Enak Ferlemann.

Mit den Energieeinsparungen folgt Alstom einem großen Trend auf dem Schienenmarkt: Die Bahn soll als "grünste öffentliche Transportart" ein besseres Image bekommen - das geht eben über Einsparungen beim Energieverbrauch und der CO2-Bilanz.

"Seit mehreren Jahren haben wir bei Alstom viele neue Antriebsmöglichkeiten weltweit an Hand von verschiedenen Kriterien auf den Einsatz im Schienenverkehr hin untersucht", so Didier Pfleger, Geschäftsführer von Alstom in Deutschland und Österreich. Dabei setze das Unternehmen auf eine Technik, "die im Hinblick auf Bahnfestigkeit, Verfügbarkeit, Preisentwicklung des Treibstoffes, Reifegrad der Technologie und der Infrastruktur das Potential besitzt, den Diesel perspektivisch am Markt abzulösen." Davon ist man übrigens auch in China überzeugt - dort fährt seit einem Jahr die erste Wasserstoff-Bahn der Welt.

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