Statt Pestiziden: Leuchtstab vernichtet Unkraut mit Licht und Hitze

Statt Pestiziden: Leuchtstab vernichtet Unkraut mit Licht und Hitze

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Ohne Pestizide: Der NatureZap soll Unkraut nur mit Licht und Hitze vernichten. (Foto: Youtube/Global Neighbor Inc)

von Ruth Herberg

Ein US-amerikanisches Unternehmen hat ein Gerät entwickelt, das statt Chemie nur Licht und Hitze nutzt, um Unkraut zu vernichten. Daran hat sogar die US-Luftwaffe Interesse.

40.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel kommen jährlich in Deutschland zum Einsatz. Die darin enthaltenen Giftstoffe vernichten jedoch weit mehr als das Unkraut, gegen das sie eigentlich eingesetzt werden. Damit sind sie schlecht für Umwelt, Mensch und Tier.

Ein amerikanisches Unternehmen will mit einer Erfindung den Markt für Unkrautvernichtungsmittel revolutionieren: Mit dem NatureZap sollen unerwünschte Pflanzen im Handumdrehen vernichtet werden – ohne Giftstoffe. Das funktioniert nach Angaben des Herstellers Global Neighbor einzig und allein durch die Wirkung von Hitze und UV- sowie Infrarot-Licht.

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Der NatureZap ist ein batteriebetriebener Stab, aus dessen unterem Ende Hitze und Licht strahlen. Dadurch würden 70 bis 80 Prozent des Unkrauts spätestens nach drei Tagen absterben und nicht mehr nachwachsen, sagt Geschäftsführer Jon Jackson. Das Licht und die Hitze sollen etwa fünf Zentimeter tief in den Boden eindringen, was nach Angaben des Herstellers eine punktgenaue Vernichtung von Pflanzen ermöglicht. Kostenpunkt: knapp 120 Euro.

Luftwaffe sucht chemiefreien Unkrautvernichter

Mit 900.000 Dollar ist der NatureZap über ein Programm der amerikanischen Regierung nicht nur finanziell gefördert worden. An der Entwicklung des mechanischen Unkrautvernichters waren auch Ingenieure der U.S. Air Force beteiligt, vermutlich nicht ganz uneigennützig: Ein Stützpunkt der Luftwaffe im südlichen Kalifornien testet das Gerät bereits – denn laut dem Silkes Act, einer Verordnung der amerikanischen Umweltschutzbehörde, muss auch das Militär den Einsatz von Pflanzenschutzgiften reduzieren.

Unkraut-Funding Unternehmerin will Wände aus unbeliebter Pflanze bauen

Das Projekt SENtypha will aus dem Schilfrohr Typha einen Baustoff machen, etwa für günstige Öko-Häuser.

Hübsch, aber zu viel: Das Schilf wächst vor allem in der Nähe von Gewässern.

Die Werbevideos, mit denen der Hersteller Global Neighbor Gärtnern das Gerät schmackhaft machen will, gehören allerdings eher in die Kategorie "unfreiwillig komisch":

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