Statt Recycling: Zweitnutzung alter Akkus spart tonnenweise CO2-Emissionen

Statt Recycling: Zweitnutzung alter Akkus spart tonnenweise CO2-Emissionen

von Wolfgang Kempkens

Eine Studie zeigt: Alte Akkus mit einer Kilowattstunde Kapazität sparen schon über 100 Kilo CO2.

Elektroautos und Pedelecs sind immer noch vergleichsweise teuer - denn die Akkus sind ein echter Preistreiber. Und nach einigen Jahren sind sie so schlapp, dass die Reichweite unzumutbar klein wird. Sie müssen ausgetauscht werden.

Man kann sie natürlich recyceln, was allerdings ein Verlustgeschäft ist. Als Speicher für überschüssigen Wind- und Solarstrom taugen sie jedoch noch. In Hamburg stehen bereits zwei 50-Kilowatt-Batterieblöcke, die diese Aufgabe übernehmen. Und der Schweriner Stromversorger Wemag bietet seinen Kunden Akkus für den Keller an, die mit ausgedienten Batterien aus Elektrofahrrädern bestückt sind.

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Lohnt sich das denn? Aus Umweltsicht auf jeden Fall. In ihrem zweiten Leben senkt eine Batterie pro Kilowattstunde Speicherkapazität Treibhausgas-Emissionen um bis zu 106 Kilogramm, umgerechnet auf Kohlendioxid. Das gilt für den Fall, dass der Pufferspeicher ins Regelenergienetz eingebunden ist, also Strom aufnimmt, wenn er im Überfluss vorhanden ist, und ihn wieder ins Netz einspeist, wenn Mangel herrscht.

Das ist das Ergebnis einer Studie der FfE Forschungsstelle für Energiewirtschaft und des Lehrstuhls für Elektrische Energiespeichertechnik der Technischen Universität München. Federführend war der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Hier können Sie die Studie kostenlos herunterladen.

Werden ausgediente Akkus als Hausspeicher eingesetzt, um den Strom vom eigenen Dach zwischenzuspeichern, liegt die Ersparnis noch bei bis zu 95 Kilogramm. Die Zahlen beziehen sich auf die Restlebensdauer der Batterien. Auch wirtschaftlich ist die Zweitnutzung attraktiv. Die Steigerung des Kapitalwerts der entsprechenden Investition betrage 26 bis 33 Prozent.

Noch 80 Prozent RestkapazitätDie Vorteile für die Umwelt beruhen auf dem Wegfall der Emissionen beim vorzeitigen Recyceln und der Neuproduktion von Batterien. Nach ihrem Dienst in Fahrzeugen haben Batterien noch eine Restkapazität von bis zu 80 Prozent, so der VDE.

Für die Besitzer von Elektrofahrzeugen ist das kein sonderlicher Trost, denn sie erlösen allenfalls drei Prozent der Summe, die sie für die Anschaffung der Batterien aufbringen mussten, wenn sie sie für ein zweites Leben verkaufen. Volkswirtschaftlich sieht das schon anders aus. Die begrenzten Vorräte an Lithium und Nickel werden geschont, die Folgen von Umweltbelastungen verringert.

In nennenswerten Mengen fallen Batterien erst in einigen Jahren an, vorausgesetzt, der Elektrofahrzeugmarkt nimmt einen Aufschwung. Das Statistik-Portal Statista gibt die Zahl der Elektroautos in Deutschland für 2015 mit 18.948 an – bis 2020 sollen es nach den Wünschen der Bundesregierung eine Million sein.

Bei elektrisch angetriebenen Fahrrädern gibt es dagegen einen echten Boom. Das Bundesverkehrsministerium schätzt die Zahl auf mehr als 2,7 Millionen. Allein 2015 kamen 520.000 Neufahrzeuge dazu, so der Zweirad-Industrie-Verband.

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