Straßen aus Solarpanels: Frankreich will 1000 Kilometer Sonnenwege bauen

Straßen aus Solarpanels: Frankreich will 1000 Kilometer Sonnenwege bauen

von Robyn Schmidt

In Frankreich produzieren bald auch die Wege Strom, mit verbauten Solarpanels als Straßenbelag.

In Frankreich sollen Solarstraßen bald selbst die Energie für die eigene Beleuchtung produzieren. Ségolène Royal, die Ministerin für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie, hat angekündigt, dass in den nächsten fünf Jahren 1000 Kilometer Straße mit Solarpanels ausgerüstet werden. Die Panels werden direkt auf der Fahrbahn angebracht. Im Frühjahr sollen die Tests beginnen.

Die Technologie wurde vom Unternehmen Colas entwickelt. Laut Colas kann ein 1000 Meter langer, mit "Wattway"-Panels ausgestatteter Straßenabschnitt die komplette Straßenbeleuchtung für einen 5000-Einwohner-Ort liefern. Die geplanten 1000 Kilometer würden also Licht für fünf Millionen Menschen, oder acht Prozent der französischen Bevölkerung, bereitstellen.

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Natürlich nur umgerechnet, schließlich scheint die Sonne nicht gerade dann, wenn man die Straßenbeleuchtung braucht. Der Strom wird ins Netz eingespeist, wo er von Unternehmen und Haushalten abgenommen wird. Ségolène Royal hat vorgeschlagen, die Kosten für das Projekt mit einer Erhöhung der Steuern auf Benzin abzudecken. Momentan sei die Zeit für eine Steuererhöhung günstig, weil die Ölpreise sehr niedrig sind.

Die sieben Millimeter dicken Panels können direkt auf der Fahrbahn angebracht werden. Glasplatten auf den Panels sind nicht nötig. Laut Colas sind sie rutschfest und halten auch schweren Verkehr aus, wie etwa von Lastwagen. Trotzdem gibt es noch einige Bedenken. Was ist zum Beispiel, wenn sich Wasser an einer Stelle sammelt? Und halten die Panels der Belastung auch langfristig aus? Auch die Verschmutzung dürfte mit der Zeit für eine geringere Energieausbeute sorgen, wenn die Straßen nicht regelmäßig gereinigt werden.

Fragen, mit denen sich schon andere Erfinder herumschlagen mussten. Denn die Idee für Solarpanels auf Straßen ist keine ganz neue. Im Juni 2014 hat das US-Projekt Solar Roadways auf der Crowdfunding Plattform Indiegogo über 2,26 Millionen Dollar für ein ähnliches Projekt eingesammelt. Nach anfänglicher Begeisterung gab es aber schnell viele Skeptiker. Die Panels von Solar Roadways werden unter einer Glasplatte auf der Straße angebracht. Das ist zum einen teuer und zum anderen gibt es Sicherheitsbedenken. Im Regen auf Glasplatten zu fahren klingt für europäische Autofahrer nicht besonders beruhigend. Probleme, die ein Projekt in den Niederlanden bereits auf einer kurzen Teststrecke angegangen sind. (Wir berichteten.)

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