Stromanbieter: Warum Billig-Ökostrom boomt

Stromanbieter: Warum Billig-Ökostrom boomt

von Benjamin Reuter

Warum immer mehr Stromkunden günstige Ökoenergie aus Wasserkraft nachfragen, erklärt Eprimo-Geschäftsführer Dietrich Gemmel im Interview.

Derzeit wird heftig über die Steigerungen beim Strompreis gestritten. Das wollen Discount-Energieanbieter wie Eprimo, eine Tochter des Großenergieversorgers RWE,  nutzen und Kunden mit günstigen Angeboten gewinnen - auch mit Ökostromofferten aus Wasserkraft. Im Interview mit WiWo-Green erklärt Dietrich Gemmel, Geschäftsführer von Eprimo, warum Kunden bei ihm vermehrt Grünstrom nachfragen.

Derzeit wird in der Politik über die Kosten der Energiewende gestritten. Bemerken Sie bei Ihren Kunden auch Verdruss gegenüber teurerem Ökostrom?

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Gemmel: Im Gegenteil: Wir sehen sogar einen sehr starken positiven Trend zu preisgünstigem Ökostrom – aber auch zu Ökogas. Von unseren Neukunden entscheiden sich bereits 40 Prozent für unseren Ökostrom-Tarif und 14 Prozent für unseren Ökogas-Tarif. 2007 lag der Ökostrom-Anteil bundesweit gerade einmal bei 2 Prozent, heute sind es im Gesamtmarkt schon über 20 Prozent. Das ist eine grüne Revolution.

Haben Sie Angaben, aus welcher Motivation heraus die Leute Ökostrom verstärkt nachfragen?

Gemmel: Wichtig sind den Kunden ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und Transparenz. Der Aufpreis für Ökostrom liegt bei uns für einen Drei-Personen-Haushalt mit durchschnittlichem Verbrauchsverhalten nur bei einem Euro pro Monat. Das ist ein Betrag, den Kunden gerne bereit sind zu zahlen - wenn sie sicher sein können, dass sie auch wirklich Ökostrom erhalten.

Wie setzt sich denn der Ökostrom bei Ihnen zusammen? Wo kaufen Sie ihn ein?

Gemmel: Wir beziehen den Strom aus effizienten Laufwasserkraftwerken in Österreich – eine besonders wettbewerbsfähige regenerative Energie. Der TÜV Süd testiert diese Mengen jährlich. Wir geben dem Kunden Sicherheit, dass der Ökostrom auch tatsächlich physikalisch ins Netz eingespeist wird.

Wann werden sich die sinkenden Erzeugungskosten bei Sonnen- und Windanlagen in den Endkundenpreisen bemerkbar machen?

Gemmel: Tatsächlich kommt dieser Effekt schon bei den Endkunden an. Denn der Aufpreis für Öko-Energie ist nur sehr gering. Nur weiß eben noch nicht jeder Kunde, dass grüne Energie längst kein Luxus mehr ist.

Was würde eine "abgebremste" Energiewende bedeuten, wie sie derzeit in Berlin diskutiert wird? Könnten Sie dann der wachsenden Kundennachfrage nach Ökostrom überhaupt noch nachkommen?

Gemmel: Wir freuen uns über einen intensiven Wettbewerb der erneuerbaren Energie und schnellen technologischen Fortschritt. Aus Sicht der Kunden ist die Bereitschaft, die Energiewende mitzutragen, offenbar vorhanden. Natürlich müssen wir darauf achten, dass die Förderung nicht zu Fehlanreizen führt und die Effizienz in der Erzeugung ausreichend berücksichtigt wird. Denn letztlich sollten wir bei aller Begeisterung für klimafreundliche Energieerzeugung nicht vergessen, dass die Erzeugungstechnologien unterschiedlich effizient sind: Je wettbewerbsfähiger die Technologie, desto günstiger können wir den Strom anbieten. Und damit erhöhen wir die Akzeptanz.

Investieren Sie derzeit schon direkt in Ökoenergieanlagen oder ist das in Zukunft geplant?

Gemmel: Wir kaufen Ökoenergie ein – und entscheiden jeweils im Sinne der Kunden. Das hat große Vorteile, weil wir uns nicht zu lange festlegen müssen: So bündeln wir die Kundennachfrage nach effizient erzeugter Ökoenergie, um klimafreundlich und preiswert zugleich einzukaufen.

Was wünschen Sie von der Politik in Hinblick auf die Energiewende? Was sind die größten Baustellen derzeit?

Gemmel: Ganz unabhängig von den großen Grundsatzthemen: Eine Transparenzoffensive könnte zu einer noch höheren Akzeptanz führen. Wenn Verbraucher verstehen, dass Ökostrom bereits zu Discountpreisen zu beziehen ist, wird die Energiewende ganz schnell im Massenmarkt ankommen.

Disclaimer: Eprimo ist Premium-Werbepartner von WiWo-Green. Die Werbepartnern nehmen keinen Einfluss auf die redaktionellen Inhalte. Wie das Werbekonzept bei WiWo-Green funktioniert können Sie hier nachlesen.

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