Stromkosten: Energiewende-Umlage könnte 2015 leicht sinken

Stromkosten: Energiewende-Umlage könnte 2015 leicht sinken

von Benjamin Reuter

Im nächsten Jahr könnte die EEG-Umlage erstmals(!) sinken. Doch der Effekt ist vielleicht nur von kurzer Dauer.

Die zur Förderung des Stroms aus Erneuerbaren Energien erhobene Umlage wird 2015 wahrscheinlich im Bereich von 5,8 bis 6,2 Cent pro Kilowattstunde Strom liegen.

Im besten Fall würde ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden im kommenden Jahr also rund 15 Euro weniger EEG-Umlage bezahlen.

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Prognosefehler führen zu Millionen-NachzahlungenDas zeigt eine aktuelle Analyse des Öko-Institutes im Auftrag des Berliner Think-Tanks Agora Energiewende. Derzeit beträgt die Umlage 6,24 Cent. In der Preisentwicklung sind die geplanten Reformen des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel (SPD) für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schon berücksichtigt.

Der Grund für die Preissenkung: In den letzten Jahren war die Stromproduktion von Solar-, Windkraft- und Biogasanlagen und der Preisverfall an der Strombörse in Leipzig immer wieder unterschätzt worden.

Da die EEG-Umlage immer im Oktober für das nächste Jahr festgelegt wird, waren wegen der Prognosefehler Kosten in Höhe von rund 2,2 Milliarden Euro aufgelaufen. Allein das machte bei der Erhöhung der EEG-Umlage von 2013 auf 2014 0,6 Cent aus.

Agora Energiewende räumt deshalb bei seiner Schätzung für das kommende Jahr ein: Je nach Entwicklung des Börsenstrompreises sowie der Wind- und Solarstromproduktion im Sommer 2014 könnte die Preissenkung unterschiedlich stark ausfallen. Laut Analysen des Stromnetzbetreibers 50hertz (hier als PDF) kann schon ein unerwartet sonniger Mai den Gesamtbetrag der EEG-Umlage um rund 400 Millionen Euro nach oben treiben.

15 Euro Ersparnis für HaushalteAuch die Höhe, in der Unternehmen von den EEG-Zahlungen befreit sind, hat Auswirkungen auf die EEG-Umlage. Bisher gehen die meisten Experten davon aus, dass die Kosten für die Industrieprivilegien auch nach Sigmar Gabriels Reform ungefähr gleich bleiben.

Dass die EEG-Umlage in den kommenden Jahren weiter sinkt, ist allerdings unwahrscheinlich. Zwar erhöht der Zubau neuer Ökostromanlagen die Kosten kaum noch, weil ihr Strom inzwischen vergleichsweise günstig ist.

Allerdings werden künftig auch Schattenkraftwerke (Erdgas und Kohle) bezahlt werden müssen, die einspringen, wenn Wind und Sonne als Stromquelle ausfallen.

Netzausbau nicht in der EEG-Umlage eingepreistDie Kosten für den doppelten Boden der Energiewende beziffern Experten auf drei bis sechs Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Derzeit kostet die über die EEG-Vergütungen geregelte Energiewende mit allen Ausnahmen, Zahlungen an Anlagenbetreiber und Sonderabgaben die Verbraucher knapp 24 Milliarden Euro pro Jahr (siehe Grafik 1).

Hinzu kommen die Kosten für den Netzausbau im Rahmen der Energiewende. Die werden allerdings nicht in die EEG-Umlage, sondern in die Netzentgelte eingerechnet. Ökonomen der Universität Düsseldorf (hier als PDF) gehen hier von einem jährlichen Finanzierungsbedarf zwischen 960 und 1600 Millionen Euro bis 2020 aus. Eine große Stromtrasse soll zum Beispiel Windstrom vom Norden Deutschlands in den Süden bringen und dort den Atomausstieg absichern.

Eine wirkliche Entlastung bei den Stromkosten ist erst nach 2020 in Sicht. Denn dann fallen die ersten (damals sehr teuren) Anlagen aus der EEG-Vergütung, die im Jahr 2000 ans Netz gingen. Legt man die Ausschüttungen an die Betreiber von Grünstrom-Anlagen zugrunde, die kürzlich die Bundesregierung veröffentlichte (hier als PDF), könnten die jährlichen Energiewende-Kosten im Jahr 2030 um rund zehn Milliarden Euro niedriger ausfallen als heute.

Allerdings ist diese Zahl mit Vorsicht zu genießen: Denn bisher stellten sich noch die meisten Kostenprognosen für die EEG-Umlage als falsch heraus.

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