Stromspeicher: Redox-Flow-Anlagen sollen die Haushalte erobern

Stromspeicher: Redox-Flow-Anlagen sollen die Haushalte erobern

von Wolfgang Kempkens

Redox-Flow-Speicher gelten als robust, geeignet für E-Autos und kommen nun in Haushaltsgröße auf den Markt.

Die dezentrale Stromspeicherung gewinnt an Fahrt. Dieses Jahr sollen die ersten bezahlbaren Speicher für Haushalte auf den Markt kommen, überwiegend mit Lithium-Ionen- und Bleibatterien.

Doch es gibt einen dritten Speichertypen, der zum Beispiel privat erzeugten Solarstrom zwischenspeichern kann: Der Redox-Flow-Speicher, auch Flüssigbatterie genannt.

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Auf der Fachmesse Intersolar Europe in München, die am 10. Juni beginnt, stellt das Freudenstadter Unternehmen Schmid Energy Systems seinen EverFlow Compact Storage vor, der eine Leistung zwischen zwei und fünf Kilowatt hat und zwischen 6,7 und 30 Kilowattstunden speichern kann.

Unverwüstlicher AkkuDamit steht erstmals die Redox-Flow-Technik, die bisher nur bei Großspeichern genutzt wird, in Haushalts- und Kleingewerbegröße zur Verfügung. „Unsere Batterien lassen sich immer wieder fast bis auf null entladen“, sagt Günter Bauer, Director Sales Management bei Schmidt. Das ist bei anderen Typen nicht zerstörungsfrei möglich.

Außerdem sind Akkus dieser Art praktisch unverwüstlich. Sie halten weit länger als Lithium-Ionen- und vor allem Bleibatterien. Auch ihr Wirkungsgrad ist höher. Auf lange Sicht könnte die Entscheidung für den teureren Speicher daher die wirtschaftlichere Lösung sein.

Die Anlagen sind allerdings nicht ganz billig. Einschließlich Energiemanagementsystem, das dafür sorgt, dass Solarstrom möglichst weitgehend selbst genutzt wird, sind mindestens 17.000 Euro fällig.

Schnell betankbare BatterieNormalerweise findet das komplette Lade- und Entladegeschehen im Inneren von Akkus statt. Nicht so bei Redox-Flow. Hier wird die Energie in extern gelagerten Flüssigkeiten gespeichert. Das sind gelöste Salze, etwa chemisch leicht unterschiedliche Vanadium-Bromid-Verbindungen. Beim Aufladen werden Elektronen von einer Flüssigkeit in die andere befördert. Das geschieht in der Reaktionskammer, dem Herzstück dieser Batterie. Beim Entladen kehrt sich der Vorgang um.

Wer ein System gekauft hat und feststellen muss, dass die Speicherkapazität nicht reicht, kann somit einfach die Tanks austauschen, die die Elektrolyte enthalten. Externe Tanks könnten vor allem bei mobilen Anwendungen ein Vorteil sein: Fahrzeuge, die mit einer solchen Batterie ausgerüstet sind, können vorgeladene Elektrolyte tanken, wenn der Saft ausgeht. Das geht so schnell wie bei Benzin oder Diesel.

Der US-Elektromulti General Electric etwa entwickelt eine solche Batterie speziell für den Einsatz in Elektrofahrzeugen. EverFlow Compact Storage ist allerdings eine deutsche Konstruktion: Die Schmid-Gruppe (weltweit rund 1400 Mitarbeiter) fertigt die Redox-Flow-Batterie komplett im schwäbischen Freudenstadt.

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