Stromspeicher und Tankstelle: Diese Power-to-Gas-Anlage ist beides

Stromspeicher und Tankstelle: Diese Power-to-Gas-Anlage ist beides

von Wolfgang Kempkens

Audis Power-to-Gas-Anlage kommt in fünf Minuten von null auf sechs MW - und der Autohersteller verdient mit ihr doppelt.

Wer zuhause das warme Wasser aufdreht, denkt nicht wirklich daran: Aber wenn der elektronische Durchlauferhitzer plötzlich auf 16 Kilowatt kommt, muss irgendwo auch ein Kraftwerk die Leistung um genau diese 16 Kilowatt hochfahren. Denn: Es muss immer so viel Strom verbraucht werden wie produziert wird.

Der Durchlauferhitzer bringt damit die Netzstabilität ein bisschen aus dem Gleichgewicht. Dieses muss schnell wiederhergestellt werden. Durch Kraftwerke, die schnell hochfahren, oder Speicher, die schnell bereitstehen. Der sogenannte Regelenergiemarkt braucht natürlich auch Teilnehmer auf der anderen Seite, die das Überangebot an Strom abnehmen, wenn der Durchlauferhitzer wieder abgeschaltet wird.

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Ein Hoffnungsträger steht im niedersächsischen Werlte: Eine Power-to-Gas-Anlage, die der Autohersteller Audi gebaut hat. Eine Prüfung durch den Netzbetreiber Tennet TSO zeigte jetzt, dass die Anlage innerhalb von fünf Minuten von null auf sechs Megawatt hochgefahren werden kann.

Power-to-Gas-Anlagen funktionieren durch einen Elektrolyseur, der Wasser mit Hilfe des Überflussstroms in Sauerstoff und Wasserstoff aufspaltet. Aber erst dann, wenn der Netzbetreiber Alarm schlägt, weil zu viel Strom ins Netz drängt. Audi rechnet nach eigenen Angaben künftig mit 4000 Volllaststunden im Jahr.

Aus Überflussstrom wird Treibstoff

Finanziell könnte sich das lohnen: Teilnehmer am Regelenergiemarkt erhalten eine Grundvergütung für die Bereitstellung ihrer Anlagen und überdurchschnittlich viel Geld für jede Kilowattstunde, die sie im Ernstfall bereitstellen beziehungsweise abnehmen.

Doch es gibt noch einen Punkt, der die Anlage für Audi interessant macht: Aus dem Wasserstoff entsteht mit Hilfe eines Katalysators und unter Zugabe des Klimagases Kohlendioxid Methan, also synthetisches Erdgas. Schon seit 2013 speist die Anlage dieses ins Erdgasnetz von Werlte. Kunden können das Erdgas über entsprechende Tankstellen beziehen und mit dem indirekt emissionsfrei hergestellten Treibstoff fast CO2-neutral fahren.

So entsteht ein CO2-Kreislauf, der deutlich klimafreundlicher sein dürfte, als das gebundene Kohlendioxid in Form von Öl oder Gas aus der Erde zu holen. Und der Treibstoff dürfte deutlich günstiger als Benzin sein, nicht zuletzt weil er durch die Teilnahme am Regelenergiemarkt querfinanziert wird.

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Hinweis: Audi ist Werbepartner von WiWo Green. Bei diesem Artikel handelt es sich allerdings um einen redaktionellen Beitrag.

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