Stromverbrauch: Verbraucherschützer kritisieren unrealistische Angaben

Stromverbrauch: Verbraucherschützer kritisieren unrealistische Angaben

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Verbraucherschützer: Stromverbrauch von Geräten oft nicht realistisch.

Ob TV oder Geschirrspüler: Beim Kauf neuer Haushaltsgeräte achten viele Verbraucher auf einen möglichst geringen Verbrauch. Doch die Angaben entsprechen längst nicht immer dem Strombedarf im Alltag.

Haushaltsgeräte ziehen im täglichen Gebrauch laut Studien oft mehr Strom, als die Hersteller angeben. Verbraucherschützer fordern deshalb: Der Stromverbrauch muss realistischer ermittelt werden. Nicht für alle Geräte seien die von der EU vorgegebenen Berechnungsgrundlagen „besonders nah an der Realität“ dran, sagte Johanna Kardel vom Verbraucherzentrale Bundesverband am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Hersteller halten sich an Regeln, aber die Regeln sind die falschen.“

Dass die Vorgaben der EU nicht besonders verbrauchernah sind, sei nichts Neues. Die Tests sind darauf ausgelegt, vergleichbar und in jedem Labor wiederholbar zu sein. In Deutschland werden Produkte, die auf den Markt gebracht werden, stichprobenartig getestet - dabei wird auch der Verbrauch unter die Lupe genommen, wie Kardel erklärt. Aber: Die Tests laufen nach den wenig realitätsnahen EU-Vorgaben.

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Aus der Politik kommt Kritik an den Vorgaben. „Die Tests müssen die Realität erfassen und nicht einen Wunschwert der Hersteller“, sagte Grünen-Parteichef Cem Özdemir. Mit Blick auf die Untersuchung sagte er: „Das sei einer klarer Fall von Verbrauchertäuschung.“

Laut Verbraucherschützerin Kardel gibt es aber Bewegung: Eine kürzlich vom EU-Parlament gebilligte Neuregelung sieht auch vor, Vorgaben zu erarbeiten, nach denen der Stromverbrauch von Geräten so gemessen wird, dass er Verbrauchergewohnheiten näher kommt. Außerdem soll Herstellern verboten werden, den Verbrauch unter Testbedingungen künstlich zu drücken. Da seien sich Politik, Verbraucherschützer und auch die meisten Hersteller einig.

Derzeit seien die Testvorgaben in den einzelnen Verordnungen der EU-Produktregulierung nicht alltagsnah genug ausgestaltet, teilte das Verbraucherschutzministerium mit. Außerdem müssten Tests immer auf dem neuesten Stand sein, hieß es.

Das manipuliert werde, weist die Elektronikbranche zurück. „Die Hersteller von Elektro-Haushaltsgeräten schönen den Stromverbrauch ihrer Produkte nicht“, sagte ein Sprecher vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Die Energielabel hätten sich bewährt, seien aussagekräftig und gäben wichtige Orientierung.

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Ein neues Monitoringsystem sammelt Daten von hunderten Stromzählern und zeigt sie in Echtzeit - für viele Unternehmen könnte es zur Stromspar-Hilfe werden.

Der Kasten, der die Stromdaten sammelt, ist ziemlich unscheinbar. (Foto: Enit)

In einer am Mittwoch veröffentlichen Untersuchung mehrerer europäischer Umweltschutzorganisationen hieß es: „Standardisierte Produktmessungstests spiegeln nicht immer Alltagsbedingungen wieder.“ Zum Teil seien sie außerdem veraltet. So werde etwa für den Test des Verbrauchs von TV-Geräten für das Energielabel noch immer auch ein zehn Jahre alter Videoclip eingesetzt. Neben Fernsehern wurden Spülmaschinen sowie Kühl- und Gefrierschränke untersucht.

In der Untersuchung wurden Tests angewendet, die realen Nutzungsbedingungen und der heutigen Technik gerechter werden sollen. So ergaben sich mitunter wesentlich höhere Stromverbrauchswerte als bei den für das Energielabel vorgegebenen Tests. Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte zuerst über die Untersuchung berichtet.

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