Studie: 2014 wird zum Boomjahr für Solarenergie

Studie: 2014 wird zum Boomjahr für Solarenergie

von Benjamin Reuter

In Deutschland schwächelt die Solarbranche. Global aber geht der Solarrausch jetzt erst richtig los - meinen die Analysten der Deutschen Bank.

2013 war kein gutes Jahr für die Solarenergie in Deutschland. Die Politik des ehemaligen Umweltministers Peter Altmaier, der sich für Subventionskürzungen bei erneuerbaren Energien stark gemacht hatte, zeigte Wirkung.

Gegenüber 2012 hat sich der Ausbau der Solarenergie in Deutschland beinahe halbiert: Gerade mal noch 3,3 Gigawatt an Photovoltaikpanelen schraubten Handwerker 2013 auf deutsche Dächer oder Bauarbeiter auf die Felder. 2012 war mit 7,6 Gigawatt an neu installierter Leistung ein Rekordjahr für Solarmodule in Deutschland.

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Aber nicht überall auf der Welt sieht es für die Solarenergie so düster aus wie in Deutschland: Die USA verzeichnete 2013 einen Zubaurekord, auch China legt seit Jahren zu.

Dass dieser Trend sich 2014 noch verstärken wird, behauptet jetzt eine Studie der Deutschen Bank. Demnach werden in diesem Jahr weltweit Solaranlagen mit einer Leistung von 46 Gigawatt installiert (ganz Deutschland verfügt derzeit über 35 Gigawatt), 2015 werden es dann global schon 56 Gigawatt sein.

Treiber der Entwicklung sind vor allem China, die USA und Japan. In den USA machen vor allem Steuererleichterungen für Solaranlagenbesitzer die Installation attraktiv.

Solar in 19 Staaten der Erde konkurrenzfähigDas Interessante an der Studie der Deutschen Bank sind aber nicht unbedingt diese Zahlen, so beeindruckend sie auch sind, sondern vielmehr die Gründe, die zu solch einem Boom der Technik führen (die Analysten sprechen von einem "zweiten Goldrausch", nach dem ersten Mitte des vergangenen Jahrzehnts).

In mindestens 19 Staaten der Erde (darunter auch Deutschland) ist die Solarenergie mittlerweile ohne staatliche Hilfen zu anderen Energiequellen konkurrenzfähig, schreibt die Bank. Das bedeutet: Der Strom vom Dach ist günstiger als die Elektrizität aus der Steckdose. Das bedeutet auch, dass der Solarhype keine Marktblase ist, sondern ein Geschäft mit realem Mehrwert.

Hinzu kommt, dass die Preise für Solaranlagen weiter sinken. An sich ist das keine Neuigkeit, sind doch die Kosten für Solarzellen in den vergangenen Jahren vor allem durch Überkapazitäten in chinesischen Fabriken drastisch eingebrochen.

Hinzu kommt aber nun: Auch die sogenannten weichen Kosten der Solarenergie fallen, also die für Installation, Verkabelung und Anschluss. Dieser Aufwand macht je nach Schätzung derzeit rund 60 Prozent der Gesamtkosten einer Anlage aus.

Als weitere Gründe für den Boom kommen hinzu: Kredite sind derzeit weltweit sehr günstig, was die Attraktivität einer Solaranlage noch steigert. Und neue Geschäftsmodelle wie das von Solar City in den USA helfen bei der Verbreitung der Technik: Das Unternehmen übernimmt dabei alle Kosten und der Verbraucher nimmt den Strom für eine monatliche Gebühr ab. Einfacher war es damit nie, eigenen Sonnenstrom zu ernten.

Allerdings: 2016 könnte es mit dem Solarrausch schon wieder vobei sein, warnen die Analysten der Bank. Dann laufen die Steuererleichterungen in den USA aus und die Preise für Module könnten wieder leicht steigen, wenn die Wirtschaft wieder anzieht.

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