Studie: 2020 kommt der Preisdurchbruch bei Elektroautos

Studie: 2020 kommt der Preisdurchbruch bei Elektroautos

von Angela Schmid

Bloomberg glaubt, dass bis 2040 ein Massenmarkt für Elektroautos entstehen wird - Leidtragender ist die Öl-Branche.

Die Ära der Elektroautos steht unmittelbar bevor, glaubt man einer Analyse von Bloomberg New Energy Finance (BNEF). Der Energy-Think-Tank sieht einen rapiden Preisverfall in der E-Mobilität. In rund fünf Jahren dürften Stromer billiger sein als Verbrenner - und damit der Beginn eines echten Massenmarkts für Elektroautos starten.

Bis zum Jahr 2020 sollen manche Elektrofahrzeuge sogar "schneller, sicherer, kostengünstiger und zweckmäßiger" als der gute alte Benzin-Schlucker sein. Der Preis von Langstrecken-Elektromobilen könnte bis 2040 auf rund 22.000 Dollar sinken und nach Ansicht der Studie 41 Millionen E-Fahrzeugen weltweit verkauft werden.

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Das wirkt erstaunlich angesichts der Probleme, welche die E-Mobilität derzeit noch aufhalten. Die Bundesregierung hatte für 2020 das Ziel einer Million Elektroautos ausgegeben - derzeit sind es rund 10.000.

Der BNEF-Bericht dürfte der Regierung Mut machen, an den Zielen festzuhalten: 2040 dürften 35 Prozent aller Neuwagen einen Stecker haben. Das wäre ein Anstieg von 90 Prozent im Vergleich zu 2015. "Ob es bis 2040 25 Prozent oder 50 Prozent sein werden, macht ehrlich gesagt nicht so viel aus. Dass es ein Massenmarkt sein wird ist fix", so Salim Morsy, BNEF-Analyst und Autor des Berichts von Bloomberg

Den Grund sieht BNEF vor allem in fallenden Batteriepreisen, die allein im vergangenen Jahr um 35 Prozent gefallen sind. Nicht nur Tesla investiert hohe Summen in die Produktion günstigerer Zellen, auch Daimler will jetzt 500 Millionen Euro in den Bau einer Batteriefabrik investieren.

Die Ölbranche wird zum großen VerliererAber nicht nur die Batteriepreise sieht BNEF als Auslöser. Regierungen müssen Förderprogramme implementieren wie hierzulande, wo eine politisch lange abgelehnte Kaufprämie immer mehr Gestalt annimmt. Allerdings müssten sich Hersteller mit einer sehr niedrigen Gewinnmarge zufrieden geben.

Gewinnen die Elektroautos aber an Fahrt, ist die Ölindustrie der große Verlierer. Laut neuesten Schätzungen von Bloomberg dürften Elektrowagen 2023 täglich eine Öl-Nachfrage von zwei Millionen Barrels verdrängen. Das würde zu einem globalen Öl-Überschuss führen. Die Folge: Ein neuer Crash des Ölpreises.

Im Gegenzug wird der Strombedarf in die Höhe schnellen. Wenn ein Viertel der Fahrzeuge im Jahr 2040 elektrisch betrieben werden, würden anstelle von 13 Millionen Barrel Rohöl pro Tag 1.900 Terawattstunden (TWh) Strom benötigt. Oder anders ausgedrückt: Etwa acht Prozent des weltweiten Strombedarfs aus dem letzten Jahr.

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