Studie: Ausbau der Erneuerbaren alleine spart kein CO2 ein

Studie: Ausbau der Erneuerbaren alleine spart kein CO2 ein

von Wolfgang Kempkens

Deutschland wird laut einer neuen Studie kaum CO2 sparen können - auch wenn sich der Anteil Erneuerbarer verdoppelt.

Die Leistung von Wind- und Solarkraftwerken in Deutschland wird sich bis zum Jahr 2025 wohl fast verdoppeln. Und trotzdem sinkt der Ausstoß an Kohlendioxid nur wenig.

Davon zumindest geht das Londoner Forschungs- und Beratungsunternehmen GlobalData in seinem jüngsten Report zum deutschen Energiemarkt aus. Chiradeep Chatterjee, Senior Analyst für Energiefragen bei GlobalData, geht davon aus, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 Kohlekraftwerke mit einer Gesamtleistung von 3000 Megawatt ans Netz gehen.

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2200 Megawatt davon sind halbwegs sicher: Eons Kraftwerk Datteln mit 1100 Megawatt, derzeit noch gerichtlich gestoppt, und eine 1000-Megawatt-Anlage, die der Chemiekonzern Dow Chemical zur Versorgung seines Chemieparks in Stade baut.

Die Nutzung von Kohle zur Stromerzeugung werde sich durch den schrittweisen Ausstieg aus der – kohlendioxidärmeren – Kernenergie in Deutschland noch verstärken, fürchtet Chatterjee. „Erneuerbare Energien können den Verlust an nuklearer Kapazität nicht vollständig ersetzen“, warnt der Analyst.

Auch wenn die Bundesregierung den Bau von Gaskraftwerken forciert beziehungsweise beantragte Stilllegungen verweigert, würden noch 60 Prozent der 2025 betriebenen fossilen Kraftwerke mit Stein- und Braunkohle betrieben.

Hälfte fossil, Hälfte erneuerbarFossile Kraftwerke würden dann einen Anteil von gut 50 Prozent an der gesamten Stromerzeugung haben, ebenso viel wie heute. Der Gasanteil von rund zehn Prozent würde sich allerdings verdoppeln, der Kohleanteil von heute gut 40 ginge auf gut 30 Prozent zurück. Der Anteil der Erneuerbaren dürfte von heute rund 25 auf knapp 50 Prozent steigen.

Die zumindest vorübergehende Abschaltung von alten Kraftwerken mit rund 3000 Megawatt, auf die sich die Betreiber und die Bundesregierung derzeit einigen, fehlt in der Studie allerdings noch. (Das Kraftwerk Frimmersdorf, das auf dem Foto zu sehen ist, will RWE beispielsweise komplett aufgeben.) Den Fall, dass die Regierung bei der Kohle ähnlich zügig durchgreift, wie sie es bei der Atomkraft getan hat, haben die Forscher nicht berechnet.

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