Studie: Eigenes Auto? Uncool!

von Jürgen Klöckner

Leihfahrräder, Carsharing, Bus und Bahn - eine neue Studie zeigt: Immer weniger junge Deutsche nutzen ein eigenes Auto.

Wir leben in einer tollen Zeit: Noch nie war es so einfach von A nach B zu kommen, ohne ein Fahrzeug zu besitzen. Fahrräder kann man „rufen“ (Call a Bike), Autos „teilen“ (Carsharing). Und wenn das nicht geht, gibt‘s ja immer noch die guten, alten Öffentlichen: Bus und Bahn.

Sind das nur Trends? Oder verändern sie tiefgreifend, wie wir uns fortbewegen? Eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigt: Ja, es bewegt sich was. Das Fahrrad wird wichtiger, das eigene Auto hingegen immer unbeliebter - zumindest bei jungen Leuten.

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Das Papier wurde vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben. 2000 Personen gaben dafür an, wie sie von A nach B kommen. Probanden nahmen bis zu drei Jahren in Folge an der Studie teil - so konnten die Forscher auch messen, wie die Testpersonen ihr Verhalten änderten. Seit 1994 publiziert das KIT das Mobilitätspanel - jedes einzelne gibt es hier zum Download.

Jüngere verschmähen das Auto, Ältere lieben esEin zentrales Ergebnis: Hatten 2002 noch 83 Prozent der 18- bis 35-jährigen Zugang zu einem Auto, sind es nun nur noch 74 Prozent. Bei älteren Menschen zeigt sich ein gegensätzlicher Trend: 2011 hatten knapp dreiviertel der über 60-jährigen ein Auto, 2002 waren es nur 61 Prozent. Die Forscher erklären das durch eine Art Mitnahmeeffekt: Die Generationen, die nun in den Ruhestand gehen, hatten häufiger ein Auto. Diese Gewohnheit nehmen sie mit in die Rente.

So ist auch die Zahl der PKWs um 1,5 Prozent auf beinahe 43 Millionen Fahrzeuge gestiegen, davon haben immerhin 645000 einen alternativen Antrieb. Reine Elektroflitzer sind darunter allerdings nur wenig: die Zahl hat sich im vergangen Jahr zwar verdoppelt, von ihnen gibt es aber nur 4540 in Deutschland. Vom Ziel der Bundesregierung, eine Millionen Elektroautos bis 2020 auf die Straßen zu bringen, ist Deutschland freilich noch weit entfernt.

Die Studie zeigt auch: Menschen nutzen zunehmend verschiedene Verkehrsmittel. Einen gehörigen Anteil daran hat das Fahrrad: Etwa ein Drittel der Menschen fahren es wöchentlich mindestens ein Mal.

Dabei nutzen Personen aus einem wohlhabenden Haushalt offenbar häufiger ein Rad als jene aus ärmeren Verhältnissen. Auch der Anteil der so bestrittenen Wege nimmt zu: Legten Deutsche 2002 noch zehn Prozent mit dem Fahrrad zurück, 2011 waren schon 15 Prozent.

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