Studie: Offshore-Windturbinen bremsen Hurrikane

Studie: Offshore-Windturbinen bremsen Hurrikane

von Pascal Moser

Ein US-Forscher hat errechnet, dass Windparks auf dem Meer Hurrikane bremsen könnten. Das allerdings wäre ein teures Unterfangen.

Als der Hurrikan Katrina im Jahr 2005 auf New Orleans zuraste und die Stadt im Golf von Mexiko traf, kam es zur verheerendsten Naturkatastrophe in der Geschichte der USA. Den Anfang hatte ein Windsturm gemacht. Dann kam die Sturmflut. Die Deiche der Stadt brachen und New Orleans wurde überschwemmt. 1800 Menschen kamen durch den Sturm und seine Folgen ums Leben. Es entstanden Schäden in der Höhe von 60 Milliarden Euro.

Große Windfarmen vor der Küste hätten dies verhindern können, behauptet jetzt Mark Jacobson von der Standford University in einer Studie im Magazin Nature Climate Change (hier als PDF). Mit Wettermodellen hat der Wissenschaftler errechnet, wie viel Energie die Windturbinen dem Hurrikan hätten entziehen können.

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Der Umweltingenieur zeigt, dass Windturbinen den Hurrikan Katrina um 36 bis 44 Meter pro Sekunden gebremst hätten. Durch die dem Sturmwind entzogene Energie, hätte sich auch die Wirkung der Sturmflut um 79 Prozent abgeschwächt, rechnet Jacobson vor.

Die Studie untersucht auch die Wirkung von Offshore Windanlagen auf zwei weitere Stürme. Denn auch Sandy und Isaac, die 2012 in New York Schäden in Milliardenhöhe verursachten, hätten durch Windturbinen in der See vor der Metropole gebremst werden können. „Große Windfarmen mit tausenden von Windturbinen, hätten diese drei Hurrikane gebändigt“, erklärt Jacobson in diesem Video:

Was gut klingt, relativiert sich bei genauer Betrachtung: Denn die Berechnungen für den Hurrikan Katrina gehen von 78.000 Windturbinen mit einer Leistung von mehr als 300 Gigawatt aus. London Array, die bisher größte Windanlage zu See mit 630 Megawatt Leistung und 175 Windmühlen vor der englischen Küste, wäre dagegen gerade zu klein.

Tatsächlich steht in den USA bis heute keine einzige Offshore-Windanlage. Zwar sind gegenwärtig elf Projekte in Planung, die jedoch alle deutlich zu klein sind, um als Windbrecher zu taugen. Die erste Windfarm in den USA, CapWind in Massachusetts, soll 2016 ans Netz gehen. Doch die Anlage wird mit 130 Turbinen eher keine Hurrikane aufhalten können.

Tausende von Turbinen, die dem Wind die Puste nehmen, würden mehrere Milliarden Dollar Kosten. Doch Mark Z. Jacobson ist überzeugt, dass sich die Offshore-Windfarmen dennoch rechnen. Sie würden erstens die enormen Hurrikan-Schäden lindern und sich zweitens durch die Stromproduktion langfristig selber finanzieren.

Teuer sind auch die Alternativen: Die Schutzdämme, die New Orleans künftig vor Sturmfluten bewahren sollen, kosten elf Milliarden Euro. Im Gegensatz zu den Windparks produzieren diese keinen Strom und bändigen keine Sturmböen.

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