Studie: So könnten Elektroautos den Durchbruch als Dienstwagen schaffen

Studie: So könnten Elektroautos den Durchbruch als Dienstwagen schaffen

von Felix Ehrenfried

Immer noch fahren nur wenige Stromer auf deutschen Straßen. Wie sich das ändern ließe, zeigt eine aktuelle Studie.

"Wo ist der Hebel, der die Elektromobilität ins Rollen bringt?" Diese Frage haben sich Experten des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in einer aktuellen Studie mit dem sperrigen Titel "Elektrofahrzeuge im Geschäftsumfeld - Potenziale der gemeinsamen Nutzung" gestellt (hier gibt es die Studie als PDF zum Download).

Die Fachleute untersuchten dabei, wie sich Stromer durch einen stärkeren Einsatz als Dienstwagen in der Gesellschaft etablieren lassen.

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Zuersteinmal: Das Potenzial ist groß. So werden jährlich rund zwei Millionen Autos für Unternehmen neu zugelassen. Wären nur ein Bruchteil dieser Fahrzeuge Stromer, würde das Regierungsziel von einer Million Elektrofahrzeugen auf deutschen Straßen wahrscheinlicher. Bisher hemmen allerdings auch Unternehmen die hohen Preise der Elektroautos an der Anschaffung. Oder, wie es ein Experte für Firmenflotten im Interview mit WiWo Green auf den Punkt bringt: "Sie sind zu teuer für das, was sie leisten."

Die Forscher des IAO haben deshalb ein Konzept untersucht, dass den Elektrowagen zu neuem Schwung im Unternehmenssegment verhelfen könnte: Die cloudbasierte Nutzung der Fahrzeuge. Das bedeutet, dass eine Flotte von Stromern von mehreren Unternehmen gleichzeitig genutzt wird.

Der Vorteil: Die Fahrzeugkosten sinken durch mehrere beteiligte Unternehmen und die Auslastung steigt. 40 Prozent der 145 Befragten Experten aus den Unternehmen könnten sich vorstellen, bei der Nutzung von E-Autos auch auf Fahrzeuge von Partnerunternehmen zuzugreifen. Was außerdem für einen solchen Ansatz spricht: Dienstreisen mit dem Auto dauern selten länger als einige Tage, die restliche Zeit könnte der Stromer dann von Kollegen genutzt werden. Im Prinzip geht es also um ein Carsharing-Modell für Unternehmen.

Dass sich die Akzeptanz für ein solches Konzept noch vergrößern liese, dessen sind sich die Experten des IAO sicher. Möglicherweise müssen die künftigen Anwender diese Möglichkeit erst selbst erfahren, um sie auf breiter Basis zu akzeptieren und anzuwenden, heißt es in der Studie.

Cloud für Stromer ist auch wirtschaftlich sinnvollDie weiteren Erkenntnisse der Studie sind wenig überraschend, deuten jedoch daraufhin, dass immer mehr Unternehmen sich Elektroautos durchaus als Betriebsfahrzeuge vorstellen könnten. So könnten ein Großteil der betrieblich gefahrenen Strecken der Befragten auch mit E-Autos zurückgelegt werden. Fahrten mit dem Dienstwagen liegen selten über 100 Kilometer und könnten so locker von aktuellen Stromern bewältigt werden.

Auch könnten sich E-Autos in Betrieben vor allem im Bereich der Kompakt-und Mittelklasse etablieren. Wer heute die Produktpalette an Stromern betrachtet, sieht gleich, dass gerade in diesem Bereich das Angebot am größten ist. Genug Auswahl um den firmeneigenen Golf durch einen E-Wagen zu ersetzen, gibt es also.

Daneben erkannten die Studienverfasser, dass im Unternehmensumfeld Smartphonenutzung überaus verbreitet ist. "Somit besteht eine gute Möglichkeit, diese zur Vereinfachung der Nutzung in die Mobilitätskonzepte einzubinden", heißt es in der Untersuchung. Das Smartphone könnte also zum Koordinator unter Kollegen für den Stromer werden.

Was hemmt aber Unternehmen und auch öffentliche Einrichtungen, mehr Stromer in ihre Fuhrparks aufzunehmen?

Die Autoren der Studie erkennen, dass immer noch viel Aufklärungsbedarf nötig ist, gerade wenn es um die Reichweitenangst geht. Dass in größeren Städten mittlerweile viele Ladestellen vorhanden sind, weiß ein Großteil der Nutzer nicht, dementsprechend groß ist die Skepsis. Auch müsse man den Unternehmen zeigen, dass ein E-Carsharing zwischen Unternehmen durchaus wirtschaftlichen Nutzen mit sich bringen könne.

Die Studie des IAO zeigt dass eine "Cloud für Stromer" für Unternehmen durchaus Sinn machen kann. Jetzt ist es an der Zeit, konkrete Konzepte und Pilotprojekte zu entwickeln.

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