Studie: Solarenergie in Indien bald billiger als Kohle

Studie: Solarenergie in Indien bald billiger als Kohle

Indien importiert immer mehr Brennstoffe, doch damit dürfte bald Schluss sein - denn Solarenergie wird zunehmend billiger.

Noch gehört Indien bei seiner Energieversorgung nicht zu den Saubermännern: Seine größte Energiequelle ist die Kohle, gefolgt von Öl- und Erdgas. Sie decken zusammen rund 90 Prozent des gesamten Energiebedarfs des Landes. Die Kohleverstromung hat dabei mit mehr als 70 Prozent den Löwenanteil.

Experten des BP-World Energy Outlook gehen davon aus, dass Indien zunehmend abhängiger von Energieimporten werden wird. Auch wenn sich die inländische Produktion steigern lässt, wird sie dennoch von der wachsenden Nachfrage überholt werden. Gemäß dem aktuellen BP-World Energy Outlook werden die Erdgasimporte Indiens bis 2035 um 573 Prozent, die Ölimporte um 169 Prozent und die Kohleimporte um 85 Prozent steigen.

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Ein von Bloomberg New Energy Finance auf dem Pariser UN-Parkett vorgestellter Bericht kommt nun zu dem Ergebnis, dass bereits 2020 große Photovoltaik Freiflächenanlagen in Indien wirtschaftlicher sein werden als mit Importkohle betriebene Kraftwerke.

Gemessen werden die so genannten Levelized Costs of Energy (LCOE). Dies sind Stromgestehungskosten, die auch Wartungs-, Degressions- und Kapitalkosten berücksichtigen. Laut Bloomberg New Energy Finance liegen sie bereits jetzt für PV-Anlagen im Megawatt-Bereich bei etwa 0,10 US Dollar pro solarer Kilowattstunde. Dem gegenüber stehen in Asien LCOE für die Steinkohle von aktuell etwa 0,07 US Dollar pro Kilowattstunde.

Ambitioniertere Zubau-ZieleSelbst bei einem - eher unwahrscheinlichen - gleichbleibenden Kohlepreis gehen die Experten davon aus, dass aufgrund weiter fallender PV-Preise die Solarenergie spätestens 2020 wirtschaftlicher als Kohle sein wird.

Der Hersteller Tata Power Solar und Clean-Tech-Analysten beziffern den möglichen solaren Zubau in Indien mit etwa 130 Gigawatt bis 2025. "Damit könnten mehr als 675.000 Jobs in der indischen Solarindustrie geschaffen werden", sagt der langjährige Chef von Tata Power Solar, Ajay Goel. "Vor allem für die 400 Millionen Inder ohne Zugang zu Elektrizität bedeutet Solarenergie endlich saubere und bezahlbare Energie."

Nach Jahren des solaren Stillstandes scheint der Sub-Kontinent endlich die Solarenergie für sich zu entdecken. So sah das bislang in Indien geltende "National Solar Mission Target" magere 22 Gigawatt Solarzubau bis 2020 vor. Pünktlich zur UN-Klimakonferenz hat man diese Zahlen korrigiert. Jetzt beabsichtig Indiens Regierung seine Solar-Kapazitäten bis 2022 auf 100 Gigawatt zu erhöhen. Im Gegenzug soll auch der Verbrauch moderater wachsen - etwa durch LED-Beleuchtung.

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