Studie zu E-Tankstellen: Es muss schnell gehen

Studie zu E-Tankstellen: Es muss schnell gehen

von Jürgen Klöckner

Eine Studie zeigt: Ohne schnelle Ladestationen ist der Durchbruch der E-Autos nicht zu machen. Doch an ihnen mangelt es - in allen Ländern.

Die kommenden Monate werden spannend: Zwei große Hersteller wollen mit ihren Elektroautos den Markt erobern. Tesla versucht es mit dem Model X, BMW seit kurzem mit dem Kleinwagen i3. Schon länger im Rennen sind die E-Autos von Smart, Renault und Nissan - doch bislang ist die Nachfrage nach ihnen eher verhalten.

Grund dafür könnte das lückenhafte Netzt von Ladestationen sein. Nach mehr als 100 Kilometern geht den meisten E-Autos der Strom aus. Wer in diesem Radius keine Steckdose findet, wird nicht weit fahren - oder sich erst gar keinen Stromer kaufen. Gegenwärtig gibt es in Deutschland laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft nur knapp 3.000 öffentliche Ladesäulen. Bis 2020 müssten es aber schon 150.000 sein, um den Bedarf zu decken.

Anzeige

Ob in Deutschland, Norwegen, USA, Japan oder China: Überall warten Autofahrer auf eine Stromstation in der Nähe. Doch worauf kommt es ihnen genau an? Dieser Frage ging das US-Softwareunternehmen Recargo in einer Studie nach. Es betreibt Apps und Onlineplattformen rund um das Thema Elektromobilität und befragte 3.700 Kunden danach, wie, wann und wo sie Strom tanken.

Ein zentrales Ergebnis: 80 Prozent der Befragten luden ihr Auto an öffentlichen Säulen auf - und nicht an der heimischen Steckdose. E-Fahrer wollen also auch unterwegs tanken - und möglicherweise Distanzen zurücklegen, die mit einer Batterieladung nicht zu machen sind.

Ihnen kam es dabei vor allem auf die Wartezeit an der Steckersäule an. Fahrer suchten vor allem sogenannte Schnellladestationen (Gleichstrom, DC) auf, obwohl diese bislang nur einen Bruchteil aller Ladesäulen ausmachen. In den USA zählen laut Studie gerade Mal drei Prozent der insgesamt 12.000 Stromsäulen dazu.

Dennoch gab jeder zweite Fahrer an, in den zurückliegenden Monaten sein Elektroauto mehr als ein Mal an diesen Säulen aufgeladen zu haben. An ihnen lädt eine Batterie in weniger als 30 Minuten bis zu 80 Prozent auf. Stecker rein, Mittag essen und weiterfahren, so sieht für viele ein angenehmer Tankstopp aus. Bei herkömmlichen Ladesäulen (Wechselstrom, AC) kann ein Halt mehrere Stunden dauern.

Einmal quer durch DeutschlandEs muss also schnell gehen - und wie wichtig das für den Durchbruch der E-Mobilität ist, wissen Autofirmen ganz genau. Fast alle (angekündigten) E-Autos in deren Programm lassen sich schnell laden. Deswegen investieren einige von ihnen Millionen in ein dichteres Netz an Anlagen, wenn es der Staat versäumt. Beispiel: Tesla. Der US-Hersteller setzt voll und ganz auf seine sogenannten Supercharger.

Der Strom soll hier kostenlos aus der Steckdose fließen - eine Tankfüllung für Null Euro, das ist ein Grund mehr, sich ein Elektroauto zu kaufen. In den kommenden Monaten sollen acht dieser Supercharger in Deutschland aufgestellt werden. Das klingt erstmal wenig – ein Model S hat allerdings eine Reichweite von über 400 Kilometern.

Theoretisch kann man also mit einem Ladestopp einmal quer durch die Republik fahren. Zunächst sollen auf den Autobahnstrecken zwischen München – Stuttgart, München – Zürich, Frankfurt – Stuttgart, Stuttgart – Zürich sowie Köln – Frankfurt Supercharger entstehen.

Danach will Tesla stark expandieren. Bis Ende März 2014 sollen 50 Prozent von Deutschland mit Teslas Schnellladestationen abgedeckt sein, bis Ende 2014 werden es 100 Prozent sein. Das bedeutet auch, dass Deutschland bis Ende 2014 mehr Supercharger-Stationen pro Kopf der Bevölkerung haben wird, als irgendein anderes Land.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%