Studie zu Rohstoffen: Lithium und Co. werden für Unternehmen immer wichtiger

Studie zu Rohstoffen: Lithium und Co. werden für Unternehmen immer wichtiger

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Noch liegt es rum, bald wird es knapp: Salzberge im Salar de Uyuni, der großen Lithium-Lagerstätte in Bolivien.

von Angela Schmid

Tantal, Kobalt und Neodym sind drei der Rohstoffe, denen deutsche Forscher eine große Zukunft vorhersagen.

Smartphones, Laptops, Elektroautos, Windkraftanlagen – neue Technologien treiben die Nachfrage nach Rohstoffen drastisch in die Höhe. Lithium, Rhenium, Terbium und Dysprosium sind schon heute begehrt. Und die Nachfrage steigt drastisch an. Bis zum Jahr 2035 wird allein der Bedarf des für Akkus benötigten Lithiums die heutigen globalen Fördermengen um fast das Vierfache übertreffen.

Das zeigt eine Studie, die das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) erstellt hat. Für 42 Zukunftstechnologien erarbeiteten die Experten vom ISI den Rohstoffbedarf im Jahr 2035 und gingen dabei der Frage nach, welche Impulse die künftige industrielle Nutzung von Zukunftstechnologien auf die Rohstoffnachfrage auslöst. 

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Das Ergebnis: Etwa 100 Innovationen haben zurzeit das Potenzial, als Zukunftstechnologie Einfluss auf den Rohstoffmarkt zu nehmen. 16 Rohstoffe sind für die zukünftige Entwicklung der Technologien von besonderer Bedeutung. Da gehört natürlich auch Lithium dazu.

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Auch Germanium, Kobalt, Scandium, Tantal, Neodym und Praseodym sagen die Forscher eine wichtige Rolle voraus. Der Bedarf für die seltenen Erden Dysprosium und Terbium sowie Rhenium wird auf das Doppelte der derzeitigen Weltproduktion steigen, heißt es in der Studie "Rohstoffe für Zukunftstechnologien 2016".

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Treiber ist auch die Industrie 4.0 genannte Verschmelzung von IT-Technik und Industrieproduktion. Die klassischen Metalle wie Silber, Kupfer, Kobalt oder Platin werden dagegen nach Ansicht der Forscher vorerst nicht knapp.  

Die Vorkommen der Rohstoffe sind zwar weltweit verteilt. Bei einer Reihe von Rohstoffen hat es in den vergangenen zehn Jahren aber starke Konzentrationsentwicklungen gegeben. So werden etwa die Seltenen Erden zu über 90 Prozent in China gefördert. "Eine hohe Angebotskonzentration auf wenige Produktionsländer kann ein Lieferrisiko bedeuten", betont Ulrike Dorner von der DERA.

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Quantenpunkte in Röhren. (Foto: Nanoco)

Die Experten empfehlen den Unternehmen, sich frühzeitig mit den Entwicklungen zu beschäftigen und sich darauf einzustellen, dass es bei bestimmten Rohstoffen künftig knapp wird. Es sollten mögliche Ausweichstrategien in Betracht gezogen werden, zusätzliche mögliche Lieferantenkreis gesucht und die Ressourceneffizienz in der Produktion erhöht werden.

Auch die Erforschung von Substitutionstechnologien und der verstärkte Einsatz von Recycling seien Möglichkeiten, einem Rohstoffengpass zu begegnen, betont DERA-Leiter Peter Buchholz.

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