Stylische Solarenergie: Designer übernehmen die Solarbranche

Stylische Solarenergie: Designer übernehmen die Solarbranche

von Tobias Finger

Eine Designwelle schwappt über die Solarbranche - und baut Vobehalte ab.

Solarpanels sehen nicht gut aus - ein erschreckend häufiges Urteil. Das im schlimmsten Fall dazu führt, dass keine Solaranlage auf einem Dach installiert wird, das eigentlich hervorragend dazu geeignet wäre.

Dagegen will das britische Unternehmen Solarcentury nun ankämpfen - mit seiner SunStation. Eine Solaranlage, die aus Panels mit Gebäudeintegration besteht.

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Die eingelassenen Platten sind aus unterschiedlichen Gründen optisch ansprechend. Zum einen sind sie schwarz statt marmoriert blau, was weniger auffällt und einen gediegeneren Farbton darstellt. Zum anderen, und das ist vermutlich noch wichtiger, schließen sie mit der Dachlinie ab, statt wie auf Stelzen auf den Ziegeln zu stehen.

Das spezielle Design verursacht laut Hersteller keine zusätzlichen Kosten. Zusätzlich ist die Montage einfacher als die von klassischen Panel-Systemen, da die SunStation aus weniger Teilen besteht und die Kabel integriert sind.

https://vimeo.com/125235037

Umfragezahlen bestätigen Nachfrage nach stylischen SolaranlagenUm den Nutzen und Fortschritt der neuen Technologie zu unterstreichen, führt Solarcentury einige Zahlen aus eigener Forschung an: Demnach wollen 81 Prozent aller Hausbesitzer ein umweltfreundlicheres Zuhause. Demgegenüber stehen 58 Prozent, die herkömmliche Solaranlagen für unansehnlich halten, gleichzeitig wollen 86 Prozent „stylische“ Ergänzungen für ihr Eigenheim.

Und schließlich sagten 65 Prozent der Befragten aus, sie hätten bereits Solar-Panels installiert, wären diese optisch ansprechender.

Zur Validität und Reliabilität der Daten gibt es zwar keine Angaben, der Trend scheint jedoch einigermaßen klar zu sein. Nur gibt es die SunStation bisher ausschließlich für den britischen Markt. Solarcentury sind aber nicht die einzigen, die Solarenergie stylisch machen wollen. Elon Musk bestätigte kürzlich in einem Statement, dass er ebenfalls daran arbeite, „cool aussehende Solarpanels“ auf den Markt zu bringen.

Trend breitet sich ausAber nicht nur der Tesla-Gründer engagiert sich. Auch andere Unternehmen haben bereits optisch ansprechende Solarelemente entwickelt.

So produziert die US-amerikanische Firma Integrated Solar Technology (IST) SunTegra-Solar-Dachschindeln. Auch sie sieht den Bedarf an ästhetischen Solarelementen: „Viele an Solar interessierte Hausbesitzer würden eine integrierte Option bevorzugen, wissen aber gar nicht, dass es sie gibt. Wir haben von vielen gesagt bekommen, dass das genau das ist, worauf sie gewartet haben“, sagt der CEO und Gründer Oliver Koehler.

Optisch ansprechend - und einfach zu montierenIn den Bundesstaaten New York und New Jersey können Hausbesitzer die Platten für ihr Dach mittlerweile kaufen. Die Installation ist simpel, da Ton-Ziegel einfach gegen die stromerzeugenden SunTegra-Teile ausgetauscht werden können. Die integrierte Verkabelung vereinfacht die Verbindung der einzelnen Solar-Ziegeln und den Anschluss an das Stromnetz.

Neben den optischen Vorteilen bringen die Ziegel auch ganz praktische Verbesserungen: Dadurch, dass sie gleichzeitig Solarelement und Dachschindel sind, bringen sie kein zusätzliches Gewicht auf das Dach - da freut sich der Statiker.

Die schönen Platten haben nicht nur eine größere Akzeptanz, sie vereinfachen auch die Anbringung. Und das, ohne an Effizienz zu verlieren. Der Einzug von  Designern in die Solarbranche kann dieser also nur gut tun. Es wäre auch ein weiterer Schritt für die Erneuerbaren, fossile Brennstoffe als Energielieferant abzulösen - ästhetische Kohlemeiler oder designpreisverdächtige Kernkraftwerke sucht man wohl weltweit vergebens.

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