Superbike Manx 7: Emissionsfreies E-Motorrad aus der Traditionsschmiede

Superbike Manx 7: Emissionsfreies E-Motorrad aus der Traditionsschmiede

von Tobias Finger

Rennmaschine mit Elektromotor: Auf der Isle of Man baut Sarolea emissionsfreie Superbikes mit Straßenzulassung.

Während Elektroautos in der Green Mobility große Aufmerksamkeit und jetzt sogar ein eigenes Kennzeichen bekommen, führen andere Fahrzeugtypen mit E-Antrieb ein Nischendasein. Der Reifen-Riese Bridgestone und das 1850 gegründete Traditionsunternehmen Saroléa arbeiten jedoch daran, zumindest E-Motorrädern zu größerer Bekanntheit zu verhelfen.

In Kooperation mit Bridgestone Europe bringen die Motorrad-Urgesteine aus Belgien bald das Manx 7 auf den Markt, ein vollständig emissionsfreies Elektro-Motorrad aus Karbonfaser. Das Superbike ist das erste seiner Art mit 100 Prozent Elektroantrieb, das für den Straßenverkehr zugelassen ist.

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Von der Rennmaschine zum StraßenflitzerBeim Manx 7 handelt es sich um die straßentaugliche Weiterentwicklung der SP7, einer Rennmaschine, die schon erfolgreich an den letzten beiden Ausgaben des weltberühmten TT Motorradrennens auf der Isle of Man teilgenommen hat.

Allerdings nicht in der klassischen Rennklasse, bei der seit 1907 die internationale Rennfahrerelite einmal jährlich  den 60 Kilometer langen Snaefell Mountain Course entlangheizen. In der vor einigen Jahren speziell geschaffenen „grünen“ TT Zero Variante verpasste das E-Superbike das Podium denkbar knapp, die Durchschnittsgeschwindigkeit von 170 Kilometern pro Stunde reichte offensichtlich nicht aus.

Um der Renn-Historie des Vorbilds gerecht zu werden, entwickelt und produziert Saroléa die Manx 7 auch auf der Insel in der Irischen See. Bridgestone unterstützt die Motorrad-Schmiede dabei in technischen Fragen und besonders mit der hauseigenen Reifenexpertise.

Bridgestones Engagement für Nachhaltigkeit und UmweltschutzDer weltgrößte Reifenhersteller mit Sitz in Tokio engagiert sich schon seit Längerem für ressourcenschonende Prozesse in der Gummi- und Reifenproduktion. So entwickelten Bridgestone-Ingenieure kürzlich einen Reifen, der zu nahezu 100 Prozent aus Teilen der Guayule besteht, einer nachhaltigen Alternative zum Kautschukbaum.

Auch im Motorsport engagiert sich das Unternehmen für nachhaltiges Wirtschaften und Innovationen, die CO2-Emissionen eindämmen sollen. Dass der Motorsport selbst ein riesiger Produzent von Treibhausgasen und definitiv umweltunfreundlich ist, delegitimiert das Engagement aus Unternehmenssicht keineswegs.

Nachhaltiger Motorsport?So preist Jake Rønsholt, der bei Bridgestone Europe den Posten des Managing Director Consumer Business Unit inne hat, die Partnerschaft mit Saroléa als „spannende Möglichkeit, die Erfahrung aus der MotoGP (höchste Rennklasse im Motorrad-Rennsport, Anm. d. Red.) mit unserer Vision von umweltschonender Mobilität zu verbinden.“

Einen tatsächlichen Beitrag zu nachhaltigem Rennsport und Green Mobility wird sie aber nur leisten, wenn die Entwicklung von anderen Herstellern und Unternehmen aufgegriffen wird. „Das neue Saroléa Superbike zeigt bereits heute die nahe Zukunft von elektronischen Motorrädern und E-Racing“, zeigt sich Rønsholt jedoch zuversichtlich.

Wenn man allerdings bedenkt, dass sich beispielsweise Formel 1-Chef Bernie Ecclestone nur aus Gründen der Geräuschkulisse während der Rennen lange Zeit gegen Elektro-Antriebe ausgesprochen hat, erscheint der Optimismus des Bridgestone Managers leider doch etwas übertrieben.

Dieses Video zeigt die Manx 7 in Aktion:

https://www.youtube.com/watch?v=m5QjdDZENY4

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